14.06.2009

Dear Octopus Stylecheck. Oder: Wie ich ein Kleid totnähte!

Hallo liebe Liebenden!

Da ich mich an diesem langen Wochenende endlich mal um die Kostüme für unser neues Theaterstück Dear Octopus kümmern wollte - im Groben stand das ja alles schon, aber eben nur grob - erfreue ich euch jetzt mal mit einer kleinen Fotostory, da unsere Kostümabteilung ja eh alles mal gesehen haben will, was wir so anziehen wollen.;) Nach 30 Arbeitsstunden und 3 Tagen sieht das Ergebnis nicht ganz so aus, wie ich mir das vorgestellt habe, aber ich will nicht zuviel verraten...

Schritt 1: Outfit suchen für Akt 1 /Ankunft und Akt 2 / Vormittag
Geschätzte Arbeitszeit: 30min
Invesition: 8€ für den Hut



Soweit so gut, der Kleiderschrank gibt halt doch immer noch erstaunlich viel her!;)

Schritt 2: Outfit aufhübschen für Akt 3 / Dinner
Geschätzte Arbeitszeit: Zum Nähen von diesem ganzen Ding gefühlte 5 Jahre, immerhin wollte ich das schon für Lady Catherine fertig haben. Für die letzten Schönheitsreparaturen (Borte und Spitze) ca. 8 Arbeitsstunden (die Borte musste man von Hand machen *sfz*;)
Investition: ca 20m Stoff, 6m Spitze und 8m Borte (Kostenpunkt insegesamt ca. 60€)


Das war schon um Einiges aufwendiger (vor allem weil ich diese Borte irgendwann nicht mehr sehen konnte;) aber da ich durchaus finde, dass es sich gelohnt hat, war das noch akzeptabel...immerhin ist es auch ein gutes Gefühl wenn man endlich was fertig hat!;)

Schritt 3: The trial that failed....Outfit No. 4 Akt 2 / Ball
Geschätzte Arbeitszeit bisher: ca. 20 Stunden mit ausprobieren, ändern, fluchen, wieder ändern, noch mehr fluchen und geschätzen 95 Planänderungen
Investition: ca. 17€ für das Kleid bei Ebay, 3,5m Satin und 5m Borte (nochmal so 10€ schätze ich)
Eigenlich sollte ja das hier das Ballkleid für Belle werden:


Fand ich sah auf dem Foto gut aus und für 17€ kann man ja eigentlich nicht soviel falsch machen. Die angegebenen Maße stimmten auch, heißt das Ding war mir erwartungsgemäß ein wenig zu klein, aber man denkt sich ja, man hat ja noch ein bißchen weißen Stoff da und so ein oder 2 Keile sind ja schnell eingesetzt...tja denkste!
Zunächst einmal lässt sich chinesischer Plastik-Strechstoff nicht mit anderen Stoffarten so zusammennähen, dass das Ergebnis nicht aussieht, als hätte man versucht einen Schmetterlingskokon samt Inhalt zu reproduzieren.
Zum Anderen ist der Stoff nach dem ersten Auftrennen an der Naht schon so mitgenommen, dass man ihn auch nicht mehr zusammenbekommt. Der Rettungsversuch: Ein komplettes Unterkleid mit Ärmeln aus dem Satin machen, statt nur Einsatze und Ärmelansätze und das Plastikding nur noch als Formgebenden Überwurf verwenden.

Schritt 4: Wie nähe ich ein Kleid ohne Ahnung und Schnittmuster?
Also Nähmaschiene auf Anfang, Maßband raus und Stoff ausgerollt. Eigentlich ist so ein Kleidähnliches Sackding zusammenzuschustern gar nicht so schwierig, zumindest wenn man so unnötige Dinge wie Taille und Schultern einfach weglässt.;) Das Resultat sieht dann immer ein bißchen nach Mittelaltermarkt aus, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass im Mittelalter Schnittmuster auch noch nicht erfunden waren?
Naja wenn man dann die krummen Nähte noch mit Borte umwickelt, sieht das schon irgendwie gut aus, nur eben mit soviel Form wie der durchschnittliche Kartoffelsack. Aber wozu haben die Götter den Gürtel erfunden? Den macht man dann aus ein paar Resten, schmeißt die Bortereste noch mit drauf und fertig ist die einfachste Mode der Welt!;)
Das also erledigt kam heute der entscheidene Moment: Passt es denn nun auch zusammen?
Und die Antwort ist: Nö!
Leider haben die ganzen Änderungsversuche das Billigkleid so mitgenommen, dass nichts mehr geht, allen Rettungsversuchen zu Trotz. Die Moral von der Geschichte: Qualität hat ihren Preis.

Schritt 5: Was mache ich jetzt mit dem Kleid in das ich 1,5 Tage Arbeit investiert habe?

Zuerst dachte ich ja noch daran, dass ich mit dem MA Look zu Halloween einfach als HuiBu oder Zombie Eowyn gehen könnte - immerhin sind mir zumindest die Schleppe und die Ärmel ganz gut gelungen;) - aber dafür ist der weiße Satin dann leider doch nicht blickdicht genug. Aber...die nächste Mottoparty kommt bestimmt und als Unterkleid lässt sich das Ding bestimmt noch weiterverwenden, oder?;)

Bis dahin allerdings mag ich erstmal keine Nähmaschienen mehr sehen!;)

Schritt 6: Die Suche nach einem neuen Ballkleid...the Story continues...

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