10.06.2015

Un-ungewöhnlich Schlecht (Wochengedanke XVII)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Erinnert ihr euch noch an meine zunehmende Ungedult mit Allem, was irgendeine Studie braucht, um wie eine gute Idee zu klingen?
Manchmal resonieren Ideen scheinbar im Äther, denn lustigerweise nur ein paar Tage nach meinem kleinen - aber völlig individuellen;-) - Rant, durfte ich diesen Artikel im Netz finden.

Für alle, die die Resonanz im Netz verpasst haben: Der Autor des Artikels war Teil eines "Hoax", also der Fabrikation einer Zeitungs-Ente, wobei die Bezeichnung eigentlich nicht stimmt, denn eigentlich  wurde nur eine wissenschaftlich angreifbare - aber eben nicht angreifbarere als andere - Studie erstellt, anhand von statistisch undurchsichtigen  - aber eben nicht undurchsichtigeren als andere - Methoden analysiert und in einem qualitativ fragwürdigen - aber eben nicht fragwürdigeren als andere - Wissenschaftsmagazin veröffentlicht.
Das Ganze lief von da aus unhinterfragt durch die internationale Presse und an keiner Stelle wurde irgendeine der Methoden, Fragestellungen, Ergebnisse oder auch nur der Urheber und dessen Motivation/Affiliation irgendwie in Frage gestellt.

Laut des Autors war dies vor allem ein Stunt, um die "Faulheit" von Journalisten zu demonstrieren und wie leicht es heutzutage ist mit ein bißchen Geld jegliche Qualitätskontrolle zu umgehen.
Ich fürchte, dass die "Richtigstellung" nicht halb soviel Presse bekommen wird, was vielleicht daran liegt, dass keiner gerne Fehler zugibt.

Ich denke aber auch, vielleicht ist die Presse auch nicht das beste Ziel für Kritik - vielleicht erliegen Journalisten einfach nur derselben "Expertenhörigkeit", die unsere moderne Welt durchzieht. Wenn es irgendwo abgedruckt wurde, muss es wohl stimmen und wenn es in einem "wissenschaftlichen" Magazin erscheint, muss es unzweifelhaft wahr sein.
In The Truth kann man sich in lustiger Form anlesen, wie diese Denke funktioniert - a lie can un around the world, before the truth has got it's boots on.

Am besten verabschieden wir uns also nicht nur von der Illusion, dass alles und jeder statistisch erfassbar ist, sondern am besten auch noch von der naiven Vorstellung "Wissenschaft" sei ein hehres Konstrukt zur Wahrheitsfindung und nicht - wie so oft - einfach nur ein "Geschäft", wie so vieles andere.
Also müssen wir wohl weiterhin selber denken...zu schade!;-)

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