2014-09-07

Englischer Garten für Anfänger

Und hier noch ein kleiner, ganz entspannter Lektüretipp amWochenende!;-)

Bei den schon erwähnten League of Extrodinary Writers konnte man letztlich noch einen Eintrag darüber lesen wie es ist, wenn man sich von Büchern trennen muss. Gerüchteweise gibt es ja Menschen, die nicht gerne lesen und das Besitzen von Büchern irgendwie unwichtig finden, aber das hat mir nie so ganz eingeleuchtet...;-)
Als jemand, der sich in riesigen Bibliotheken wohlfühlt und dessen Bücherregal DAS entscheidende Objekt im Wohnzimmer ist, konnte ich mich in diesem Artikel sehr wiederfinden - Bücher weggeben ist schwer, aber irgendwie hat mich das Argument auch erreicht, dass es nicht ganz fair ist Bücher "festzuhalten", die man eigentlich gar nicht liest und/oder vielleicht nicht mal mag. Irgendwo könnten diese Bücher immerhin einen Leser finden, dem sie wirklich was bedeuten...

Also habe ich jetzt offiziell ein schlechtes Gewissen gegenüber den vielen Büchern, die immer noch in meinem Regal verstauben und werde mir bei Gelegenheit noch überlegen müssen, wie ich dieses schlechte Karma wieder loswerde - bis dahin kann ich aber wenigstens schonmal von einer Erfolgsgeschichte berichten, denn Aus meinem Garten von Vita Sackville-West ist ein von mir adoptiertes Buch, das mir wirklich ganz gut gefiel und so also endlich ein gutes Zuhause gefunden hat!;-)


Die einzige Einschränkung, die man hier machen muss, ist die etwas ungewöhnliche Machart des Buches - eigentlich eher eine Essay-Sammlung zusammengestellt aus Kolumnen, die die Autorin scheinbar für ein britisches Magazin geschrieben hat. Statt Schritt für Schritt Anleitungen für Anfänger, gibt es also Wissensschnipsel zu allem und jedem, damit muss man leben und es wäre auch nicht ganz verkehrt, wenn man schon ein bißchen gärtnerisches Vorwissen mitbringt!;-)

Außerdem muss man sich natürlich damit abfinden, dass der Englische Garten an sich nichts ist, dass man im Reihenhaus Vorgarten nachbauen kann - viele der Tipps sind toll, aber mir fehlen ungefähr 5000qm Platz dazu, um jedes Jahr drei neue Beete anzulegen und 20 neue Farbkombinationen auszuprobieren.;-)
Zudem ist der Englische Garten natürlich auch ein geplantes und minutiös "gewartetes" Konstrukt, dass dem eher intuitiven Ansatz von "was wächst, das wächst halt" entgegensteht.
Ein paar der Ansätze waren daher für mich etwas extrem - ich habe z.B. noch nie eine Pflanze wieder ausgerissen und weggeworfen, weil sie schief gewachsen war, oder nicht in der richtigen Farbe geblüht hat und ich hätte ehrlichgesagt auch ein schlechtes Gefühl dabei das zu tun... Aber das ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss!:-)

Unser Garten bewegt sich daher auf einem Mittelweg zwischen Planung (was mir schon Spaß macht) und Verwilderung (was passiert, wenn man nicht jede Woche Bock auf Gartenarbeit hat;-) und kann da auch bleiben. Ein paar gute Tipps und interessante Ansaätze nehme ich trotzdem mit, auch wenn einige der Pflanzen, die sehr spannend klangen seit den 50ern leider nicht mehr so einfach zu bekommen sind.

Dafür kann man seinen Spaß am Schreibstil der Autorin haben, die einfach schon klingt wie die Teerosen-und-Tea-Cake-Dame, die man sich in so einem Schlossgarten vorstellt.
Very british indeed!

Insgesamt vergebe ich also 3 von 5 Birkenwäldchen - wer tatsächlich einen englischen Garten pflanzen will, kann vermutlich 5 von 5 erwarten.;-)

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