09.09.2011

The Facebook

Eigentlich - ja wieder einer dieser Sätze - halte ich mich für einen reflektierten, zielstrebigen Menschen. Das bedeutet auch, dass ich mich bemühe keine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden - es gibt so viele schöne Dinge, die man mit seiner Zeit anfangen kann und außerdem fängt sonst mein Zensor an zu weinen.;)

Als wir also letztlich The Social Network sahen, musste ich feststellen, dass auch Filme, die vielleicht nicht das Rad neu erfinden, subjektiv doch für so einiges gut sein können. Aber erstmal zum Film:

Einige Einfälle der Darstellung und der Erzählzeit/Erzählte Zeit Gestaltung gefielen mir recht gut, allerdings war es etwas verwirrend, dass gleich zwei Prozessanhörungen gleichzeitig stattfanden - da musste ich erstmal duchblicken wer gegen wen und warum und überhaupt.;) Auch sind einige Charaktere und Situationen nett überzeichnet, was schon ganz witzig ist. Die Charakterüberzeichnung der Hauptfiguren geht mir allerdings etwas zu weit - schon während der Anfangsszene und dem "Beziehungsgespräch" möchte man dem Hauptcharakter einen Tisch über den Kopf ziehen, nur damit er aufhört zu reden - und das wird leider nicht besser.

Im Großen und Ganzen scheint der Film uns sagen zu wollen, dass ausnahmslos alle Menschen, die sich in dieser elitären, amerikanischen Uniwelt zwischen Final Clubs, Studentenverbindungen, Vitamin-B Schacherei und Statuspocherei bewegen schlicht und ergreifend Arschlöcher sind, egal ob Nerd, Sportstar, Jungunternehmer oder Dekan.
Als Statement kann ich das irgendwo akteptieren - und bin übrigens sehr froh, dass ich mit dieser Art von Neztwerk-Denken noch nie zu tun hatte ^^ - als Film ist das nach einer Weile recht anstrengend, weil man sich fragen muss, mit wem man sich in dieser Geschichte überhaupt noch identifizieren will und kann.

Die Sozialstudie zu fragwürdigen Geschäftspraktiken, wirtschaftlichen Moralvorstellungen (bzw. das Fehlen derselben) und der Frage warum so etwas wie Facebook überhaupt funktionieren kann, ist für mich daher eigentlich interessanter als die Story an sich - darüber wirklich tiefsinniger nachdenken muss man dann aber wieder selbst, denn das leistet der Film nicht wirklich.;)

Aus Dank für den Denkanstoß, ob ich nicht doch meine geistlose Internet-Zeit wieder ein wenig runterfahren könnte - über die Wirtschaftsmoral denke ich nach, sollte ich im nächsten Leben mal Unternehmer werden;) - vergebe ich aber trotzdem 3,5 von 5 Like-Buttons!

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