10.06.2017

Norse Mythology

Ich hatte ja schon angekündigt, dass zu meiner Serendipity Inspirationsauswahl für ein eventuelles neues Projekt auch Mythologie gehört, auch wenn ich noch nicht so genau weiß, was man damit anfangen könnte. Tatsächlich habe ich mir Norse Mythology aber vor allem wegen dem Cover gekauft, das mal wieder großartig ist.;-)

Introducing an instant classic master storyteller Neil Gaiman presents a dazzling version of the great Norse myths. Neil Gaiman has long been inspired by ancient mythology in creating the fantastical realms of his fiction. Now he turns his attention back to the source, presenting a bravura rendition of the great northern tales. In Norse Mythology, Gaiman fashions primeval stories into a novelistic arc that begins with the genesis of the legendary nine worlds; delves into the exploits of the deities, dwarves and giants; and culminates in Ragnarok, the twilight of the gods and the rebirth of a new time and people. Gaiman stays true to the myths while vividly reincarnating Odin, the highest of the high, wise, daring and cunning; Thor, Odins son, incredibly strong yet not the wisest of gods; and Loki, the son of giants, a trickster and unsurpassable manipulator. From Gaimans deft and witty prose emerges the gods with their fiercely competitive natures, their susceptibility to being duped and to dupe others, and their tendency to let passion ignite their actions, making these ancient myths breathe pungent life again.
Ich muss gestehen, dass ich mir ein dickeres Buch vorgestellt hatte, was aber vor allem daran liegt, dass ich auch die Erwatung hatte, dass hier die einigermaßen (zumindest im "schon mal sowas ähnliches gehört") bekannten Edda Sagen irgendwie fiktionalisiert als tatsächliche Kurzgeschichten umgestaltet werden würden.
Irgendwie passiert das aber nicht, der Text liest sich sehr wie typische Märchen, inklusive des Abriss von Ragnarok "Dann kamen A, B und C zum Schlachtfeld und kämpften, am Ende waren alle tot". Hm. Ja, im Märchen erzählt man das so und Mythologie ist der Sage und damit den Märchen natürlich eng verwandt.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich war trotzdem irgendwie ein bißchen enttäuscht. Märchen sind zum 99% Tell, weil halt Erzählungsüberlieferung und so bleiben die Geschichten (für mich) immer ein wenig platt und eindimensional, es gibt wenig Spannungsaufbau oder sowas wie Atmosphären- oder Charakterentwicklung. All das hatte ich mir jetzt mal einfach so versprochen, wenn man Neil Gaiman bittet Mythen "umzuschreiben". Ohne jetzt andere Übersetzungen und Neuinterpretationen der Edda zu kennen, kann ich jetzt nicht unbedingt sagen wo hier der einzigartige Stil des Autors durchschlagen soll...

Trotzdem sind die Geschichten an sich natürlich - wie viele Märchen - trotz aller "das muss man halt einfach mal so hinnehmen" Elemente und Dinge, die einfach mal in einem Nebensatz passieren, ohne irgendwie erklärt zu werden, an sich unterhaltsam.
Vor allem das Dreieck Odin-Thor-Loki ist hier um einiges interessanter als in der heute gängigeren  Marvel-Variante. Odin als weiser, gütiger König, Thor als der starke Held und Loki als Proto-Bösewicht ist eben doch eine sehr stark vereinfachte Vision von Göttern, die im Altertum erfrischend menschlich mehrdimensional sein durften, was die Dynamik viel spannender macht.;-)

Unterm Strich hat man hier einen netten Schmöker mit dem man ein sonniges Wochenende im Strandkorb verbringen kann - länger als 2 Nachmittage hält das Buch nicht, ich lese nicht sooo schnell;-) - und sich dabei bestimmt nicht langweilt. Nett, aber ich hatte mir mehr davon erhofft, ergibt also mal solide 3 von 5 Schachfiguren - das Wikingergötter schon Schach gespielt haben, war mir z.B. neu, man lernt also doch nie aus.;-)

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