18.03.2017

Mary Stuart

Das Fangirl Loch der Feiertage hat diesmal auch die Auswahl meiner Weihnachtsbücher beeinflusst, wie man sieht - nur als Hinweis "Weihnachtsbücher" sind die Bücher, die ich mir selbst von meinem Weihnachtsgeld schenke. Geschenke, die man sich selbst macht, halte ich weiterhin für sehr wichtig, aber an Weihnachten versuche ich immer auch ein wenig für Bücher auszugeben, ansonsten geht das Weihnachtsgeld immer schnell bei IKEA oder im Gartencenter drauf, irgendwas will man ja immer...;-)

In diesem Jahr habe ich meine Bibliothek um ein paar Stuarts aus der Feder von Antonia Fraser erweitert - eine Autorin, die ich immer schon mochte und die immerhin mein Sachbuch 2016 geschrieben hat. Diese Vorraussatzung fand ich ausreichend, um mich aus dem Team Tudor Konfortbereich mal ins Team Stuart zu begeben.
Wenn man sich die einschlägige Literatur ansieht, kommt man fast nicht darum herum diese Team Theorie aufzustellen, man ist entweder im Team Tudor und findet, dass Elisabeth I schon ihre Gründe hatte, oder im Team Stuart und findet Mary Stuart war eine romantisch-tragische Heldin. Ich wollte mal ausprobieren, ob es nicht einen Mittelweg gibt und daher ist mein erstes Sachbuch 2017 Mary Queen of Scots.
Mary Queen of Scots passed her childhood in France and married the Dauphin to become Queen of France at the age of sixteen. Widowed less than two years later, she returned to Scotland as Queen after an absence of thirteen years. Her life then entered its best known phase: the early struggles with John Knox, and the unruly Scottish nobility; the fatal marriage to Darnley and his mysterious death; her marriage to Bothwell, the chief suspect, that led directly to her long English captivity at the hands of Queen Elizabeth; the poignant and extraordinary story of her long imprisonment that ended with the labyrinthine Babington plot to free her, and her execution at the age of forty-four.
Schon anhand der Basisfakten kann man irgendwie nachvollziehen, dass Schiller und Co hier das Potential für eine große romantische Tragödie gesehen haben. Die junge, tragische Witwe, die vertriebene Königin, die einsam eingesperrte Heldin. Ich war eigentlich - im Team Tudor - immer der Meinung dass das sentimentaler Nonsens ist und man auch in aller Ruhe davon ausgehen kann, dass die Gute Mary Stuart sich den Großteil ihrer "tragischen Schicksalsschläge" irgendwie selber eingebrockt hat.
Und ich rechne es Ms Fraser in dieser Biographie sehr hoch an, dass sie das nicht in Abrede zu stellen versucht, obwohl man ihr eindeutig anmerkt, dass sie im Team Stuart spielt.;-)
Tatsächlich ist - wie es wohl sein muss - der Gegensatz zwischen Elisabeth Tudor und Mary Stuart auch hier eines der bestimmenden Theman, aber wird, wie ich es erhofft hatte ein wenig tiefsinniger behandelt als "die eine doof, die andere gut".

Antonia Fraser verwendet viel zeit darauf darzustellen, wie sich die Lebenswege, die prägenden Einschnitte und die Erziehung der beiden Royal Ladies grundsätzlich voneinander untersschieden und dass es so fast unausweichlich war, dass die eine sich zu einer undurchsichtigen Politikerin und die andere sich vor allem zu einer würdevollen Königin entwickeln musste, was quasi das Ergebnis des Konflikts bereits voraus nimmt. Das ist an sich keine Entschuldigungsorgie für die Fehler und Fehlentscheidungen einer Mary Stuart, aber immerhin ein wichtiger Hinweis darauf, dass die schwierigen dynastischen Verhältnisse in einem Land gespalten von der Reformation vielleicht eine etwas zu komplexe Ausgangslage waren, um mit einer traditionellen franzöischen Erziehung in Absolutismus gut klarzukommen. So hatte ich das bisher noch nicht betrachtet und ich finde den Einwand berechtigt.;-)

Lange Rede, kurzer Sinn, ich kann das Buch sehr empfehlen, allerdings muss man dicke, historische, (gut geschriebene) Wälzer mögen. Manchmal war es mir ein wenig zu langatmig, weswegen ich ein kleines Pünktchen abziehe, aber 4 von 5 Disteln sind ja nicht schlecht, wenn sie von einem Team Tudor Player kommen, no?;-)

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