2016-05-28

Monuments Men. Das Buch von vor dem Film again.

Ich kann mich immer nicht entscheiden, ob es ein Vor- oder Nachteil ist, das Buch schon zu kennen, bevor man den Film sieht.

Bei World War Z oder so wäre ich vermutlich mit dem Film noch 1000x ungnädiger gewesen, wenn ich das Buch vorher gekannt hätte, aber bei den Monuments Men wäre es tatsächlich für die Filmbesprechung ein Vorteil gewesen - wenn ich mich richtig erinnere, waren meine Abzugspunkte des Films vor allem die merkwürdig eiernde, unstringente Erzählweise und die halbherzige Auseinandersetzung mit dem "Kunst vs. Menschenleben Dilemma".
Wie man aber an dem wenig subtilen Untertitel (ich will mal glauben, dass das wieder so ein Marketing Ding ist, für das der Autor nicht zwangsläufig was kann^^) schon merkt, findet die Auseinandersetzung mit dem "Held oder Liability" Thema der Monuments Men im gleichnamigen Buch The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History geschrieben von Robert M. Edsel nicht nur wenig, sondern einfach gar nicht statt.
Die Monuments Men sind halt Helden und alle, die ihnen immer keine War Assets zur Verfügung stellen wollten, waren halt blöd, bums.

Das kann man ja nun von mir aus gerne so sehen - großteilig würde ich das sogar unterschreiben - aber ein wenig mehr Reflektion darüber, dass Militärkommandeure vielleicht auch mal zu Recht andere Prioritäten haben könnten (so das Überleben möglichst vieler Soldaten zum Beispiel) als alte Kirchen und Gemälde, hat mit trotzdem gefehlt.
Da hat der Film also schon mehr geleistet, als die Vorlage, aber ich habe es ihm trotzdem als halbherzig angekreidet, was es auch war, aber hätte ich das vorher gewußt, hätte ich es lobender erwähnt...soviel hätte, wäre, könnte, aber ich hoffe man sieht was ich meine!;-)

Kritikpunkt Film 2, die unstringente Handlungsführung will ich trotzdem nicht damit entschuldigen, dass das Buch eigentlich gar keiner erkennbaren Chronologie folgt. Alle Monuments Men arbeiten eigentlich als 1-2Mann Zellen und es wird halt immer mal wieder von der einen oder anderen Aktion berichtet. Das macht als Sachbuch jetzt nicht so viel aus, aber für den Film hätte man das trotzdem straffen sollen - es gibt genug was der Film geändert hat (das "Rennen" mit den Sovjets lag eigentlich 2Monate auseinander und es waren auch nie mehr als 3 leute aus dem Cast gleichzeitig vor Ort um mal das Offensichtliche zu nennen;-), da hätte man sich auch an einer Geschichte nach Motiven von versuchen können, die tatsächlich einen Roten Faden hat.

Unterm Strich muss ich trotzdem festhalten, dass ich in dem Fall mit dem Film gnädiger gewesen wäre, wenn ich das Buch schon gekannt hätte, aber ich vergebe trotzdem mal 3 von 5 Dynamitstangen, weil die eigentliche Geschichte einfach schon spannend ist - auch und vor allem in der Reflektion des Buches, dass es seitdem nie wieder irgendeinen konzertierten Effort gegeben hat die Kunstschätze irgendeines Kriegsschauplatzes irgendwie zu berücksichtigen. Und das kann ja nun wirklich auch keine Lösung sein!

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