2015-11-14

Wie man zu Schreiben anfängt

Vor gar nicht allzulanger Zeit, hatte ich darüber geschrieben wie man sich vielleicht behelfen kann, wenn es in einem Schreib-Prozess irgendwo hakt.
So nützlich ich das finde, habe ich damit natürlich ein wenig das Pferd vom Schwanz aufgezäumt, wie mir seitdem in 2 Kaffeepausen Gesprächen klar wurde, in denen es mehr oder minder um sowas ging wie "ich hab ja immer schon mal überlegt irgerndwas zu schreiben, aber" - ziemlich egal ob es darum ging seine eigenen Haikus, oder seine eigene Episode Walking Dead oder eine eigene Geschichte mit Zauberern und Dinosauriern für die Kinderparty zu schreiben, dieses 'aber' hat mich interessiert.
Wenn man eine Idee hat, warum macht mans dann nicht einfach?
Ich muss zugeben für mich ist das vielleicht einfach gesagt, weil ich mich nicht mehr aktiv erinnern kann, wann ich den Impuls hatte mit dem Aufschreiben von Dingen anzufangen, aber es gibt ja Menschen, die in einem verständigen, reflektierten Alter von irgendeiner Idee am Kopf getroffen werden und dann trotzdem nicht anfangen. Und da kam mir der Gedanke, vielleicht hätte ich mal mit ein paar Tipps zum Anfangen anfangen sollen *haha*, bevor ich vor mich hin salbadere über Tips zum Weitermachen.;-)

Thomas hatte sowas ähnliches mal gepostet, also werde ich versuchen mich wenig zu wiederholen - da wir scheinbar sehr unterschiedlich arbeiten (ich bin eher so der Stephen King Typ;-), dürfte das aber klar gehen, denke ich.

1. Anfangen
Ist eigentlich selbst evident, aber ich führe das gerne noch etwas aus: Wenn man eine Idee hat, die man gerne umsetzen würde, dann sollte man das tun.
Das sagt sich sehr einfach und man erwischt sich dabei, dass man sich denk "Well Duh", aber an irgendwas muss dieses erwähnte Aber ja liegen. Manche versuchen erstmal alles durchzudenken, durchzuplanen und zerreden sich eine Idee im Anfang, weil sie noch nicht jedes Detail sehen können.
Ich bin ein Fan davon Dinge laufen zu lassen - eine gute Idee ist erstmal ein Anfang, aber wenn man sie im Keim Verkopft, wird nie was draus.

2. Keep it simple
Eine andere Übersprungshandlung, die mir oft begegnet ist die "Materialsuche" - ich habe einfach noch nicht genug recherchiert, nicht das richtige Schreibprogramm, nicht das richtige Kartenmaterial, nicht genug Ahnung von meinem "Thema".
Ich will nicht sagen, dass Recherche nicht wichtig ist und man sollte eine ungefähren Ahnung davon haben, dass Wasser bergab fließt und Berge grau sind, wenn man ein Alpenpanorama mit Flusslauf beschreiben will, aber um wirklich einfach mal anzufangen braucht man das alles nicht. Entweder arbeitet man mit Platzhaltern, oder konzentriert sich erstmal auf Dinge, die nicht soviel Background brauchen, denn sonst wird "ich habe noch nicht die richtigen Infos, Software, Planung etc." auch so ein Verkopfen, das einen vom anfangen abhält.:-)

3. Ideen sucht man nicht, man findet sie
Eine einzelne Idee (es sei denn es ist eine grooooße Idee) reicht meistens nicht, um eine Handlung zu tragen - um bei Mr. King zu bleiben, meistens müssen 2 Ideen mit einem Bang kollidieren ;-) - aber auch das sollte kein Grund sein nicht anzufangen. Einfach nichts zu machen, um mehr Ideen zu suchen, funktioniert in meiner Erfahrung überhaupt nicht. Der Appetit kommt beim Essen und Ideen kommen beim Schreiben vereinfacht es vielleicht ein wenig zu sehr, aber um wirklich das Background Processing anzuwerfen, muss man ihm was zu frickeln geben.;-)

4. Umgeben von Geschichten
Der letzte Punkt, der mir einfällt (es gibt sicher noch mehr), und vom Anfangen abhält, ist dieses "Aber ich weiß doch nicht wie das geht". Dagegen gibt es wenig zu sagen, außer: Wer weiß das schon?
Die Tatsache ist doch die: Wir lernen in der Schule lesen und wir leben in einer Welt voller Geschichten, selbst wenn wir nie ein Buch anfassen. Wir alle wissen welche Geschichte der letzte Kinofilm erzählt hat, den wir gesehen haben, oder die letzte Serie, oder das letzte Computerspiel, oder eben das letzte Buch. Ich weiß nicht wie das geht, hat also nur damit zu tun vom Konsumieren zum Machen zu kommen. Fanfiction ist ein netter Einstieg, oder Geschichten, die in einem vertrauten Umfeld spielen (für Rollenspieler sind die 'vertrauten' Umfelder schon mal etwas ungewöhnlicher;-).
Learning by Doing ist auch so ein alter Hut, der einfach immer noch aktuell ist.

Der Punkt ist: Ohne Anzufangen, fängt man nichts an.:-)

Kommentare:

tine hat gesagt…

Ich weiß noch sehr gut, wie ich angefangen habe, mit dem Schreiben anzufangen. Dann hab ich wieder aufgehört und Jahre später nochmal angefangen, dann wieder aufgehört und dann wieder angefangen, und das letzte Mal war der tatsächliche Start.
Ich hab sogar das Notizbuch vom dritten Anfang noch (das war dann 'Das Kunstwerk'). Bzw. die ersten Seiten, weil ich den ersten Anfang vom Kuwe gleich wieder umgestoßen und nochmal von vorne angefangen habe. Und dann nochmal, glaub ich. Ja, ich glaub, ich hab dreimal mit der Geschichte angefangen.
Das ist wie mit dem Pulli, den ich gestrickt habe. Den hab ich auch erst dreimal wieder aufgemacht, dann hatte ich ihn fast fertig aber die Wolle hat nicht gereicht, also hab ich den fast fertigen Pulli wieder aufgemacht und ihn nochmal komplett gestrickt.
Vielleicht sollte ich das mal aufschreiben...? Ich meine, die meisten Leute halten einen für bekloppt, wenn man immer wieder von vorne anfängt, und dann auch noch mit der selben Sache. Aber wie soll man eine Sache richtig hinkriegen, wenn man einfach aufhört, es zu versuchen, sobald man feststellt, dass man einen Fehler gemacht hat?

Ela Sonntag hat gesagt…

Die ersten 20 Seiten Rosenfriedhof (irgendwie habe ich verdrängt wie ich das ursprünglich nennen wollte, vermutlich aus reinem Selbstschutz;-) hab ich im Urlaub per Hand geschrieben und es war ganz grauenvoll. Aber so fängt halt alles an, am Anfang ist man mehr oder minder furchtbar in irgendwas und mit der Zeit wirds besser. Wer an Wundertalente glaubt, wird ziemlich oft enttäuscht, denke ich. ;-)

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