08.04.2015

R.I.P. Sir Terry (Wochengedanke VIII)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Ich hatte es ja angekündigt und ich wollte es dann doch noch tun - ein paar Worte zum Abschied von Terry Pratchett verlieren.

Nur habe ich mich lange damit herumgeschlagen, wie ich das anfangen sollte. Thomas hat auf seinem Blog schon eine persönliche Geschichte zu den epischen Questen des Alltags und dem Verlust derselben erzählt, und Neil Gaimans Nachruf war geprägt von persönlichen Erinnerungen an einen alten Freund.
Ich habe leider nichts davon zu erzählen und normalerweise halte ich mich auch eher zurück, wenn es um das Ableben "berühmter Leute" geht. So sehr uns Menschen, die wir nie getroffen haben, vielleicht auch beeinflusst haben, ich empfinde immer eine gewisse Oberflächlichkeit bei diesen "öffentlichen" Trauerbekundungen.
Warum also jetzt?

Liegt es an der Eigenart der Krankheit? Alzheimer ist eine der beängstigensten Diagnosen, die mir so spontan einfallen - ich möchte mir ungern vorstellen, wie es sein muss seine Gedanken und Worte zu verlieren und ich bin kein Bestsellerautor. Oder liegt es an persönlichen Erfahrungen? Terry Pratchetts Bücher sind eines der wenigen Beispiele, in denen sich der Literaturgeschmack der Casa Sonntag überschneidet, das an sich ist schon eine Leistung! Oder liegt es an den unbezweifelten Erfolgen eines "Fantasy" Autors, den plötzlich nicht nur Nerds lesen? Immerhin werfen wir uns Zuhause Buchzitate hin und her, wie sonst nur Simpsons Quotes und auch das ist ein großes Kompliment. ;-)

Ich denke wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ich kann keine persönlichen Erinnerungen zur Person Terry Pratchett beitragen und ich bin auch nicht so egozentrisch so zu tun, als wäre ich tief getroffen vom Tod eines Menschen, den ich abseits seines Schaffens nicht kannte. Aber ich möchte doch würdigen, was mir in Zukunft fehlen wird, jetzt wo keine neuen Bücher mehr geschrieben werden können:

Die Discworld Romane haben mir viel darüber beigebracht, wie man auch düstere oder ernste Themen mit Humor behandelt. Wie man "Fantasy" konzipiert, die eigentlich die reale Welt abbildet und wie man sich selbst und seine Figuren nicht so furchtbar ernst nimmt.
Es macht mich traurig, dass ich in dieser Hinsicht nichts Neues mehr lesen und lernen werde, aber ich denke wenn es Unsterblichkeit gibt, dann erreichen wir sie wohl nur insofern, dass unser Name nicht mit uns stirbt. Ich hoffe und denke, dass man Nightwatch oder Going Postal auch in 100 Jahren noch lesen wird!
“Do you not know that a man is not dead while his name is still spoken?”  (Going Postal)

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