2014-07-25

Testballon Lesen Teil 2: Ettiquette & Espionage

So endlich haben wir mal die Fotoladung aus dem Urlaub durchexerziert und können wieder zu anderen, wenn auch verwandten Themen übergehen: Sommerlektüre zum Beispiel!;-)

Ich packe das mal chronologisch an, auch weil meine Schiffslektüre sehr Reclam-lastig war (sind einfach gut im Handgepäck zu verstauen) und damit ein paar mehr Worte erfordert. In meiner ersten urlaubswoche habe ich dagegen ohne besondere Mühen diesen Testballon hier durchgezogen:

Ettiquette and Espionage von Gail Carriger - erster Teil einer bisher 2teiligen Serie "Finishing School"

Fangen wir mal dabei an, dass ich das Cover großartig finde, das ist immer ein guter Hinweis!;-) Beim Kauf des Buches habe ich dabei noch gar nicht bemerkt, dass die tolle Paisley-Tapete im Hintergrund aus Zahnrädern besteht - ein sehr nett gemachter Hint auf die sehr Steampunkige Ausrichtung der Hinergrundwelt, die mich aber auch ohne Vorahnung positiv überrascht hat.

Auch den britisch-trockenen Stil mochte ich sehr gerne - wenn man schon über dunkle Machenschaften, elektronische Butler, Vampire, Werwölfe und böse Wissenschaftler schreibt, kann man das immer noch mit dem Hinweis tun, dass eine Dame ihre Knöchel nicht zu entblößen hat.
Außerdem gibt es natürlich wieder mal viele Luftschiffe in jeglicher Form und auch Luftpiraten, oder auch Flywaymen, eine Wortschöpfung, die ich an sich großartig finde...;-)

Insgesamt plätschert das Buch also sehr angenehm vor sich hin, ich habe ein paar Mal gelacht und spannend war es auch scheinbar ausreichend, ansonsten hätte ich auch im urlaub länger als 4 Tage zum Lesen gebraucht.
Was mir allerdings ein wenig fehlte war die Charakter-Substanz - natürlich ist das niedlich, wenn "wohlerzogene junge Damen" in einem viktorianischen Setting rumlaufen und dabei Einbruchstechniken und das korrekte in Ohnmacht fallen üben...aber irgendwie fehlte mir ein wenig Tiefgang bei den Hauptfiguren, die blieben alle so ein wenig flach und motivationseingeschränkt...
Und auch wenn ich nicht der größte Fan ihrerselbst bin: Dass hochwohlgeborene Erzählweise und interessante Charaktere sich nicht ausschließen müssen, hat uns Jane Austen schon vor 200 Jahren beigebracht.

Vielleicht wird das ja im nächsten Buch besser, ich werde dem nochmal eine Chance geben. Bis dahin vergebe ich mal wohlwollende 3,5 von 5 Spitzentaschentücher für eine sehr hübsche Idee, die noch ein wenig Substanz vertragen könnte.

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