02.04.2014

Phonophobia

Ich habe es bestimmt schon mal erwähnt und man merkt es vielleicht auch - der Geek an sich ist meinem Wesen und meinem Herzen nicht fremd.;-)
Trotzdem bin ich höchstens sehr begrenzt geekig, will heißen es gibt nur eine sehr überschaubare Anzahl von Themen, die ich mit der notwendigen Passion verfolge. Scheinbar reicht diese minimale gemeinsame Basis aber aus, als dass ich in größeren Geek-Ansammlungen nicht unangenehm auffalle, solange niemand mich irgendwie ins Kreuzverhör nimmt - ich habe ja schon einen kompletten Nachmittag der Dr. Who Locations Tour in einem Bus mit 30 Hardcore Doctor-Fans hinter mich gebracht, ohne durchblicken zu lassen, dass ich (zu diesem Zeitpunkt) nicht eine einzige Folge gesehen hatte.
(Heutzutage wäre die Situation vielleicht potentiell sogar noch gefährlicher, inzwischen habe ich so ca. 2,5 Staffeln gesehen und müsste verstecken, dass ich die Serie gar nicht mal so toll finde...Glück gehabt also!;-)

Also war ich ziemlich zuversichtlich, dass ich auch bei den Hardcore ???-Fans nicht auffallen würde, auch wenn der Besuch der Live Tour wieder mal ein Geschenk für den Göttergatten war - er hätte auch jemand anderen mitnehmen dürfen, aber ich gewinne natürlich auch gerne Good Wife Punkte dazu!;-)

Ich muss sagen, dass mir das Konzept einer Hörspiel-Live-Aufführung einerseits absurd, andererseits ziemlich clever vorkommt. Welche "Szenische Lesung" könnte ansonsten wohl die Kölnarena annährend füllen (zumindest zu 2/3 wie letzte Woche gesehen)?
Und man muss sagen, dass Live-Band und vor allem der Live-Geräuschemacher schon auch irgendwie geniale Stilmittel sind - vielleicht sollte man das für andere Szenische Inzenierungen mal übernehmen??;-)

 Ich kannte bisher nur den Audio-Mitschnitt der ersten Live-Tour Master of Chess - zugleich die einzige "Folge" ???, die ich überhaupt kenne, aber immerhin!;-) - und finde den nach wie vor sehr empfehlenswert, weil äußerst unterhaltsam und auch für Nicht-Kenner der Serie bestimmt lustig.

Bei Phonophobia allerdings muss ich sagen hat sich die Priorität ganz klar verschoben - ich glaube als reiner Audiomitschnitt funktioniert diese "Folge" überhaupt nicht, dafür gab es zu viele, teilweise Minutenlange visuelle Spielereien und Gimmicks, die für mich aber auch ruhig weniger exessiv ausgenudelt hätten sein dürfen - Nasenlöcher in Großaufnahme als visuelles Gimmick zu "ich kuke mal durchs Schlüsselloch" sind 10 oder vielleicht auch 20 Sekunden lustig, aber wenn der Witz 2Minuten läuft, ermüdet mein Eifer dann doch....;-)

Überhaupt hatten Story, Spannungsaufbau und Dialog-Griffigkeit 0% Priorität, es ging hauptsächlich um Lacher und Fanservice. Das mag nett sein, wenn man die Insider erkennt, aber selbst dann wird es mir persönlich irgendwann langweilig, wenn Spannungsbögen (so sie denn überhaupt ins Rollen kommen) ständig für 10 Minuten "wir spielen mit Soundeffekten rum, weil wirs können" unterbrochen werden.

Insgesamt also eine interessante Erfahrung, wenn man sieht wie 10.000 Menschen drei ältere Herren in schwarzen Anzügen abfeiern, die ein Skript vorlesen (teilweise für jeden einzelnen Satz - der Fanservice bei Fans funktioniert also scheinbar wenigstens;-), aber für die "Folge" an sich lohnt das nicht. Und die Witze hätten weniger breit ausgewalzt sein drüfen - weniger ist eben manchmal doch mehr!;-)
Insgesamt verständige ich mich mal mit mir selbst auf 2,5 von 5 Klangschalen.

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