2013-04-05

Isabella of France

Traurig aber wahr, ich glaube ich habe mir in diesem Jahr noch nicht ein einziges Buch gekauft...warum eigentlich nicht?!?
Vermutlich weil ich immer noch den Stapel "Weihnachtsgeld-Bücher" nicht abgearbeitet habe...man soll sich ja seine Herausvorderungen überschaubar halten!;-)

Unüberraschenderweise habe ich da nämlich noch so ein paar "Frauen-Sachbücher" rumliegen, die momentan gegen meinen immer noch vergrippten Kopf nicht immer eine Chance haben wirklich stringent verfolgt zu werden...*sfz*

Naja lange Rede, kurzer Sinn - nach etlichen Wochen verschleimter Unfähigkeit habe ich es dann doch nochmal geschafft ein Buch auszulesen und zwar:


Ich muss sagen, dass ich denUntertitel nicht wirklich toll finde - im Gegensatz zur Covergestaltung übrigens, wenn man sich den dummen Untertitel wegdenkt;-) - aber erfahrungsgemäß haben Autoren heutzutage nur noch sehr wenig zu sagen, wenn die Marketingabteilung sich dagegen stellt, also kann ich nicht sagen wessen Schuld das nun ist...

Man wird sich vielleicht noch erinnern, dass ich von den "Roman-Ausflügen" von Ms Weir nicht sonderlich beeindruckt war, was aber ein klares "Schuster"-Problem ist - sie kann eben gut romanhafte Sachbücher schreiben, sollte aber dabei bleiben, statt sachbuchige Romane schreiben zu wollen.;-)

So ist auch diese Biographie als Hobby-Sachbuch völlig tauglich, auch wenn ich über die tieferen Hintergrunddetails leider kein Urteil abgeben kann, weil Mittelaltergeschichte so ein blinder Fleck in meinem Interessenshorizont ist...Aber ein Buch, das sich auf die Fahne schreibt die meistgeschmähte Königin der britischen Geschichte zu rehabilitieren, muss man als Historikerin eigentlich mögen, auch wenn es weniger gut geschrieben wäre...;-)
Zugegeben gelingt ihr diese Ruf-Wiederherstellung bei mir persönlich nur zu Teil. Ich bin durchaus mit der Autorin einer Meinung, dass man in einer mittelalterlichen Gesellschaft davon ausgehen kann, dass jede Frau, die ihren schwulen, unfähigen Ehemann absägt, um selber Königin zu werden und sich dann auch noch einen öffentlichen Liebhaber leistet, per Definition das Reine Böse sein muss und man das heute wohl etwas anders betrachten darf.
Sämtliche "Schuld" an Gier, Geiz, Intriegen und der völligen Unfähigkeit irgendwem das leiseste bißchen Einfluss zu gönnen einfach auf "Liebesblindheit" und die Dominanz des bösen Liebhabers abzuwälzen, war mir dann aber doch ein wenig zu einfach gedacht.
Zwar muss man als Biograph eine gewisse Begeisterung für sein Thema aufbringen und das mag auch dazu führen etwas mehr zu entschuldigen - aber wenn man eine Frau dafür lobt, einen König abgesetzt zu haben, der all seine Reichtümer aus lauter Hormonüberschuss an seine Lustknaben verteilt, sollte man nicht ständig entschuldigen, dass sie danach eigentlich genau dasselbe tut! Das kostet Respectnesspunkte in meinem persönlichen Buch.;-)

Unabhängig ob man aber nun die Argumentation mitvollzieht oder nicht, kann man hier allerlei lernen und bekommt auch genügend Drama geboten, als dass es nicht langweilig wird - die besten Geschichten schreibt eben doch die Realität.;-) Von mir gibt es daher solide 3,5 von 5 Eisenstangen.

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