10.03.2013

How To: Gut Vernetzt (Miss Melly Teil 3 + Miss Tudor Appendix)

Ich erwähnte es schon: Manchmal brauchen Ideen seeeeehr lange, um sich zu einem freien Umsetzungs-Slot durchzukämpfen.
Das kann Zeit-, Motivations- oder Inspirationsgründe haben, oder aber auch einfach daran liegen, dass ich schlicht manchmal den Überblick verliere was denn alles noch so fertig werden will...

So geschehen in diesem Fall - da keine Kostümparty, kein Theater-Event, kein Irgendwas anstand für das dieses Kleid dringend fertig werden sollte, habe ich es schlicht und einfach vergessen., traurig aber wahr...
Was lernt uns das? Demnächst muss mal wieder eine Kostümparty her, kann ja nicht angehen dieser Zustand!!;-)

Da der letzte Eintrag schon so lange her ist, fassen wir nochmal kurz zusammen:
Ziel der Aktion war es ein "Teewärmer"-Kleid (ich meine das ganz liebevoll;-) herzustellen, wie man sie so schön bei Bürgerkriegsfilmen, viktorianischen Serien und in Gone with the Wind bewundern kann (ok, theoretisch auch ein Bürgerkriegs-Film, aber...aber!)

Bisher haben wir dafür also zusammen getragen:
Unterwäsche - Korsett, Reifrock und Petticoat
Kleid - Rock & Jacke
Attachments - Ärmel und Kragen

Was uns jetzt noch fehlte war die gute Behütung, denn ohne irgendwas auf dem Kopf geht zu der Zeit mal leider gar nichts...
Ich hatte mich zuerst ein wenig in die Idee verliebt so einen riiieesigen Sonnenhut zu basteln, einfach nur weil riseiger Hut so wunderbar zu riesigem Kleid passt - ich musste aber schnell feststellen, dass Hüte und Hauben basteln ungefähr so schnell und einfach von der Hand geht wie Eisfischen im Sommer, was eventuell auch ein wenig Demotivation zum "Vergesslichkeits-Faktor" beigetragen hat.
Irgendwann kurz vor Weihnachten erzählte mir dann aber eine Bekannte, dass sie gerade eine Mütze mit "Lochmuster" als Weihnachtsgeschenk häkelt und da kam mir die Idee dass man sowas ja auch zum Haarnetz umfunktionieren könnte...klingt nicht so naheliegend, wenn ich es so erzähle, aber vielleicht denkt mein Hrin ab und zu gewinnbringend um die Ecke?;-)

Eine kurze Recherche bei youtube bestätigte daraufhin meinen Verdacht: Natürlich gibt es Anleitungsvideos zum Haarnetz-Häkeln, wer könnte daran gezweifelt haben???
In meiner Urlaubswoche verschlug es mich daher mal in das Bastelgeschäft meines Vertrauens, um die folgenden Utensilien für den "Gut Vernetzten Kopfschmuck" einzukaufen:

1 Knäuel Filzwolle
- Diese Wolle habe ich ausgewählt, weil meine Haare sich selten zu irgendwas anderem überreaden lassen, als grade nach unten zu hängen. Also hatte ich die Hoffnung, dass die Filzwolle sie vielleicht effektiver am "ausbrechen" hintert, als normale Wolle - wer über kooperativeres Kopfgemüse verfügt, soll sich da aber nicht abhalten lassen, Filzwolle ist nämlich leider eher teuer...
1 Knäuel Goldgarn
- Es glitzert...ich konnte nicht wiederstehen!;-)
1 Häkelnadel in Dicke M (L wäre wohl noch besser gewesen)
500 Staubperlen (weil man sich ja sonst nichts gönnt;-)
Außerdem hatte ich zur Hand:
1 schmalen schwarzen Haarreifen, Schere, Wollnadel, Lineal

Schritt 1: Follow the Path
Wir fangen mal einfach an und befolgen die folgende Anleitung, auch wenn wir uns eventuell wünschen sie wäre ohne Tonspur gedreht worden...;-)


...bis wir einen flachen Fladen von ca. 30cm produziert haben. Ich habe mal ein wenig mehr Raum gelassen (so ca. 35cm, 32-33 hätten auch gereicht), weil bei mir ja relativ viele Haare reinpassen sollten, bei bis zu schulterlangem Haar würde ich zu 25-28cm raten.

Schritt 2: Get in Shape
Wie man sieht, hat sich die Filzwolle nach dem Erreichen der 35cm schon verabschieded, weswegen ich die letzten Runden inklusive den "Abnähern" nur noch mit dem Häkelgarn zuende bringen musste. Sieht allerdings aus wie gewollt, also was solls!;-)
Für das Zugband hätte ich aber auch ohne diese Notwendigkeit die dicke Wolle nicht genommen, denn die "Gleitfähigkeit" von Filz gegen Filz ist bekanntermaßen eher begrenzt.
Wenn man dann das Ganz an der Zugschnur ein wenig rafft, sieht es auch schon eher nach der Art von Form aus, die wir wollten.



Schritt 3: Cheating
Im Video sieht es so einfach aus, aber lasst euch gesagt sein - alle Haare in das Netz zu bringen und dann auch noch dafür zu sorgen, dass dieses Ding da bleibt, wo es soll (1/3 hinter dem Haaransatz habe ich mir sagen lassen), ist gar nicht so einfach...
Ich habe zuerst überlegt, ob man das Verrutschen mit Haarnadeln oder ähnlichem verhindern sollte, bin aber nach 1-2Versuchen davon abgekommen, weil ich zu viel Sorge hatte die Wolle aufzuribbeln. Also habe ich auf den "Miss Tudor Trick" mit dem Haarreifen zurückgefriffen - einfach von unten an 2 Stellen durch das Geflecht schieben und dann ein Stück VOR den Ohren aufsetzen. Fühlt sich erstmal komisch an, ist aber 100% "Absturzsicher" ohne irgendwas kaputt zu machen!
Wer mir jetzt mit historischer Authenzität kommt, wird gehauen by the way...;-)

Schritt 4: Useless but Nice
Ich bin nun wirklich ein Verfechter der These, dass jedes Hobbie diesen "Woran Andere bekloppt würden" Faktor braucht, aber beim Perlen-Nähen an diesem Ding wäre ich fast abgebrochen...
Eigentlich war das mal so geplant in konzentrischen Kreisen von der Mitte so ein Perlchen auf jede Masche zu setzen...das habe ich ungefähr einen Abend durchgehalten und danach hatte ich keine Lust mehr!;-)
Also habe ich nochmal aus den Erfahrungen mit Miss Tudor Profit geschlagen und den Rest der Winz-Perlen einfach zu einer Art Borte verarbeitet. Geht auch, sieht nett aus, Mission Accopmlished!:-)

Nun muss ich mir noch Gedanken über die Finale Anprobe machen...mal sehen wann sich ein Umsetzungs-Slot dafür findet!:-)





Vorher aber noch ein kleiner Appendix zu Miss Tudor:

Da ich grade so im Lauf war mit der Häkelei (die ersten Abende gingen allerdings auch für krumme Versuche drauf, die ich immer wieder aufgeribbelt habe...), wollte ich noch kurz diese Anleitung hier ausprobieren, weil ich noch soviel Goldgarn übrig hatte:
 

Ganz ehrlich: Ich habe nicht kapiert, wie sie dieses Muster hinbekommt...aber zum Glück funktioniert das auch mit dem gleichen Prinzip wie oben!;-)

Nach so 8-9cm Durchmesser kann man das Haarband einfach einhäkeln und schon hat man ein schickes Dutt-Netz fertig, dass man universell einsetzen kann - ich überlege tatsächlich sowas nochmal in schwarz oder weiß für den normalen Alltag zu machen, ein bessers Mittel gegen Bad-Hair-Days gibt's kaum!;-)



Bei meinen Haaren muss ich allerdings wieder schummeln und erstmal mit einem Samt-Haarband vorbinden, weil sonst der Dutt nicht hält...fhtagn Kopfgemüse!

Aber das Ergebnis kann sich doch sehen lassen!:-)

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