11.11.2012

Final Fantasy XIII-2. Oder: Helden brauchen keine Realität!

Scheinbar sind 4Monate ungefähr die Zeit, die ich brauche ein Spiel durchzuspielen...Interessante Beobachtung, oder aber einfach nur Zufall, man weiß es nicht!;-)

Wir schon angekündigt, bin ich von meinen (mit leichten Abzügen) positiven Erfahrungen mit XBox Final Fantasy XIII direkt zur Fortsetzung übergegangen - und das obwohl man mit Fortsetzungen von Square in der Hinsicht bisher keine wirklich guten Erfahrungen gemacht hat...ich sage nur X-2, Girl-Group Wisch-Wasch statt Monster schnetzeln? Nein danke!;-)

Final Fantasy XIII-2 macht nicht soviel falsch, versucht einiges besser zu machen und verliert eigentlich erst auf den letzten Metern. Die Gruppenzusamenführung, die mir bei Teil 1 noch so auf die Nerven gegangen war, fällt hier einfach mal aus, denn außer den beiden Hauptcharakteren stehen nur einzufangende Monster als Party-Verstärkung zur Verfügung - hat ein bißchen was von Pokemon, sieht aber zum Glück besser aus!
Ein klein wenig Japano-Fluffyness konnte man sich dann aber doch nicht verkneifen, also kann man seinen gezähmten Viechern 1000de von komischen Schleifchen und Blümchen anstecken...das kann man aber auch gut lassen!;-)
Im Gegenzug zu dieser leichten Einschränkung im Paradigmen-System (Monster können nur eine festgelegte Rolle übernehmen und 1Set kann nur 3 vorher festgelegte Monster einsetzen) sind die menschlichen Protagonisten universell einsetzbar und die "Easy" Option für Kämpfe macht sich bei den Bosskämpfen bezahlt - man gewinnt zwar weniger Items & Erfahrungspunkte, aber Bosse geben sowas eh selten her - der typische "ungewinnbare" Boss-Fight ist mir hier also auch nicht untergekommen, was sowohl meine Nerven schont, als auch die Gefahr verringert, dass der Controller doch irgendwann mal zum Fenster rausfliegt...;-)

Es hätte mich allerdings noch mehr gefreut, wenn dadurch auch das Leveln weggefallen wäre - das muss man aber leider immer noch, denn Monster entwickeln sich nur, wenn man ihnen das richtige Futter besorgt und das gibt es (wer hätte es gedacht?) nur in Kämpfen mit anderen Monstern...oh well...
Ansonsten gibt es an Kampfsystem und Spielaufbau nicht viel zu mäkeln - auch wenn sie wieder sowas wie Zufallskämpfe eingebaut haben *sfz* - aber leider stößt mir das Ende ziemlich sauer auf.
Wer das nicht wissen will, bitte HIER aufhören zu lesen und dem Spoiler aus dem Weg gehen! Danke!:-)



Das "Zeitreise" Thema ist ja gerade mal wieder total in und wird hier auch mehr oder minder logisch verfolgt (Paralleluniversums und so) - anfangs ist dieses Hin&Hergehüpfe ein wenig verwirrend, aber man findet doch rein nach und nach.
Schwierig wird es mit der Story erst am Ende. Zum Einen sind die Aufgaben, die zum 100%igen Abschluss der Handlung erfüllt werden müssen teilweise nur was für wirklich, wirklich zwanghafte Menschen (sämtliche Karten zu 100% ablaufen, sämtliche Monster auf jeder Karte und Zeitebene einmal bekämpfen, 70.000Münzen im Casino gewinnen...auch dafür ist mir meine Lebenszeit einfach zu schade!!;-), zum Anderen führt keines der ungefähr 8 alternativen Enden, die man innerhalb der Handlung freispielen kann, an der Tatsache vorbei, dass man nicht gewinnen kann! Man - kann - nicht - gewinnen!
Ich habe alle Enden freigespielt, bis auf das allerletzte für das man die 100% gebraucht hätte und das habe ich mir bei youtube angesehen und es führt kein Weg daran vorbei: Am Ende ist die Hauptheldin tot, die Welt untergegangen und die ganze Handlung läuft darauf hinaus, dass man dem Bösewicht die ganze Zeit über eigentlich in die Hände gespielt hat.
Das geheime Ende erklärt das nur noch ein bißchen ausführlicher und man darf den Oberbösewicht nochmal verprügeln, was ihn am Ende aber auch nicht umbringt...halloo???

Prinzipiell habe ich nichts gegen "Nicht-so-ganz-happy-Ends" - der Held stirbt, die Welt ist aber gerettet usw. - aber 90Spielstunden auf meiner Uhr, nur um dann festzustellen, dass ich auch gleich hätte aufgeben können, weil das Ergebnis das Gleiche ist? Seriously?!?
Nun sagt man mir vermutlich: Naja, aber es gibt nunmal ab und zu Situationen, in denen man nicht gewinnen kann, so ist das Leben nunmal.
Worauf ich antworte: NÖ!
Um "das wahre Leben" abgebildet zu sehen, stehe ich jeden Morgen auf - beim Rollenspiel (und mehr oder minder sind ja Computerspiele auch nichts anderes) möchte ich Monster schnetzeln und die Welt retten!
Oder zumindest möchte man doch am Ende das Gefühl gehabt haben irgendwas erreicht zu haben.

Aus erzähltechnischer Sicht kann man also vielleicht nichts gegen ein Evil Ending haben - aus "warum hab ich jetzt so lange daran rumgesessen?!?" Gründen allerdings schon!
Scheinbar ist geplant die ganze Geschichte jetzt in XIII-3 zu einem runden Abschluss zu bringen. Ich will Ihnen raten, dass das funktioniert, ansonsten muss ich da mal einen Beschwerdebrief schreiben!;-)

Trotzdem muss ich für Teil 2 ganz massiv Punkte abziehen. Selbst wenn sich Teil 3 super spielt und das Ende wieder ein wenig rausreißt, würde ich Teil 2 wohl nicht nochmal spielen wollen - als in sich geschlossene Geschichte funktioniert das also scheinbar nicht, Fortsetzung hin oder her...

Ein paar Pluspunkte vergebe ich für die Easy-Option und die Tatsache, dass ich für die alternativen Enden nicht das Spiel 8x durchspielen musste (gibt es ja auch;) - unter dem Strich bleiben also 2 von 5 Zeitschleifen für eine gute Idee mit einer für meine Motivation leider völlig verheerendem Ende.

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