2011-10-15

Universelle Weisheiten im Wald. Oder: Die Kunst sich selbst zu verstehen.

Es gibt tatsächlich universelle Weisheiten, die "man" immer mal wieder hervorkramt:
- Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen
- Die eigene Realität ist nicht zwingend die Einzige
- Du musst dich selbst mögen, damit Andere dich mögen
- Das Universum braucht keinen Sinn, aber du
- Man soll Menschen nicht vor ihren Fehlern bewahren
- Ich kann nur mich selbst ändern, nicht die Anderen
und und und...

Die große Frage ist eigentlich nicht, ob diese Weisheiten auch wirklich wahr sind - das sind sie nämlich - sondern warum man sie eigentlich immer wieder auspackt?
Meine Theorie dazu ist: a) Weil man immer besser Ratschläge geben, als selber befolgen kann und b) Weil selbst der selbstreflektierteste Mensch nicht davor gefeit ist, ab und zu mal den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen und in genau die Fallen zu tappen, vor denen man seine Freunde gerne mal warnt und von denen man sich vielleicht in einem unangebrachten Anfall von Übermut denkt "das könnte mir ja NIE passieren"...

Die Realität des Lebens sieht leider anders aus, aber andererseits muss uns das eigentlich gar nicht bedrücken - man kann sich eben nicht zu 100% selber reflektieren, genauso wie man keine OP am eigenen Hirn vornehmen kann. Und so geht eben manchmal der logisch-reflektierte Weg im Unterholz verloren, trotz all der wichtigen Weisheiten, die man ja eigentlich kennt.

Soweit so gut, aber warum erzähle ich das eigentlich alles?;)
Ich bin letztlich sehr oft und lustigerweise völlig unabhängig voneinander damit in Berührung gekommen, dass Menschen mir sagten "Eigentlich weiß ich das ja, aber dann habe ich mich doch soundso verhalten.", oder auch "Da stand ich total auf dem Schlauch und dann sagt X was, dass total klar war und plötzlich habe ich das alles anders gesehen.".
Und dabei ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich mal Werbung dafür machen könnte wie wichtig es ist mal über sich selbst nachzudenken - Wo komm ich her, wo will ich hin, aber am wichtigsten Wo BIN ich denn so gerade?

Ich persönlich handhabe das sehr verkopft und nehme mir tatsächlich ein bis zweimal im Jahr bewußt Zeit für so eine Art Fazit und Ausblick - nur ich, mein Sitzkissen und ein Zettel mit Stift!;) Natürlich funktioniert das für mich ganz gut, sonst würde ich es kaum so machen, aber ich habe festgestellt, dass andere Menschen andere Herangehensweisen haben - die einen gönnen sich einen ausgiebigen Wellness-Tag, gehen zur Massage, zur Maniküre oder machen einen Waldspaziergang, um "mal den Kopf frei zu kriegen" oder "einfach mal über ein paar Dinge nachzudenken".
Ich denke im Grunde läuft das alles darauf hinaus sich selber besser zu verstehen und aus den Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen - wenn man etwas getan haben will, muss man es ja bekanntlich selber machen!;)

Der nächste Schritt wäre dann der Abgleich von Innen- und Außensicht, aber das ist eine viel schwierigere Geschichte und soll vielleicht ein anderes Mal erzählt werden!

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