21.03.2010

Die Zukunft von Star Trek

Ja, ich weiss, vermutlich hat mal wieder jeder den Film schon vor mir gesehen, aber da ich lange keinen Film mehr in meinem DVD Player hatte, der mir wirklich soviel Spaß gemacht hat, dass ich den auch gerne noch 2-3Mal sehen könnte, muss das doch erzählt werden!;)

Gestern also als krönender Abschluss unseres Frittenmann Ausflugs im spontanen DVD Programm: Star Trek 2009

Wenn wir Star Trek als eine fein komponierte Sonate betrachten, ist Star Wars Rock'n'Roll. So Regiseur J.J.Abrams in einem der Special Features. Da ich kein Trekkie bin und damit sowohl William Shatner als auch Star Wars mögen darf, finde ich diesen Vergleich überhaupt nicht so abwegig: Das Star Trek Universum war immer schon ausgefeilter und durchdachter als alles, was George Lucas je geschrieben hat - das sieht man schon allein an dem mega Ausstoss an Serien und Filmen, Büchern und Comics, die alle auf ihre Art ein Fandom begründet haben, während Star Wars schon mit Film 4 echt abgebaut hat. Trotzdem war Star Trek immer eher gemächlich, von den Filmplots und Umsetzungen her eher WDR 5 als Radio Rock Revolution.

Vielleicht war es also das Beste, was der neuen Star Trek Generation passieren konnte, dass hier plötzlich Menschen einen Star Trek Film machen, die keine Trekkies sind und daher ungeblendet von Fandom und Purismus einfach mal die Frage stellen können: Was machen Filme wie Star Wars, Alien, Matrix oder sogar Men in Black besser als wir?
Die Antwort war scheinbar schnell gefunden: Besseres und detailverliebteres Set- und Kostümdesign, konsequenteres Characterplay und vor allem eine viel schnellere Plot- und Effektdynamik.
Erkenntnis ist ja eine Sache, Umsetzung bekanntlich eine Andere.

Hier muss ich aber sagen, ist beides wirklich gelungen! Für einen Trek Film war das völlige "Über-den-Haufen-werfen" (fast) jeglicher Vorgeschichte(n) sicherlich gewagt. Da aber die inherente Erklärung für diese alternative Realität völlig logisch und konsequent ist - ja ich habe wieder lange und ausführlich nach Logik-Löchern gesucht, aber es gibt einfach keine;) - können das wohl sogar Hardcore Trekkies akzeptieren.
Mit was sie "entschädigt" werden, ist eine schnelle und actionreiche Story, erstaunlich viele (von Trekkies bestätigte;) Details aus den früheren Filmen, Serien und Büchern, sehr schöne One-liner, Arschlochkind-Kirk & -Spock (ich bin ja eigentlich gegen Kinder in Filmen, siehe Star Wars^^, aber die Szenen sind super;) und einem sehr traditionellen Bad-Ass Bösewicht.
Die Besetzung der jungen Enterprise Crew ist genial - besonders die Ähnlichkeit zwischen Spock und seinem jungen Pendant - und die Dynamik zwischen jung Kirk (erst Handeln dann Denken, William Shatner in Reinkultur;) und meinem persönlicher Lieblingscharakter Pille Eomer McCoy (eben noch Reiterkönig jetzt schon Space-Arzt, so kanns gehen;) erinnert schon fast an Sherlock und Watson...oder vielleicht eher Don Quijote und Sancho Pansa...;D
Die Anweisung an das Set-Design der Brücke "Lasst einen Apple Store dagegen uncool und retro aussehen!" ist sehr schön umgesetzt und der Film lebt auch sonst von gutem alten Film-Handwerk. Was man mit echten Kulissen (die "Innereien" der Enterprise sind eine Bierfabrik;) und echten Effekten drehen konnte, hat man getan. Das reduziert die Green Box Effekte auf ein Minimum - eine Art Filme zu machen, die mir sehr viel besser gefällt und im Kielwasser von Avatar wohl immer seltener werden wird...

Ich finde das schade, denn was mir Softwarepräsentationen wie Avatar (sorry für das Attribut "Film" fehlen mir ungefähr 2,5Stunden Handlung;) ganz eindeutig beweisen ist, dass sogar Computeranimationen, die teuerer sind als alle Setdesigns, (noch) nicht echt aussehen.
Man kann mit Computeranimation viel machen, aber ich mag Filme, in denen man soviel wie möglich ohne auskommt - man sieht es dem Ergebnis wirklich an und es entsteht eine ganz andere Spannung als dieses "Oh schau mal wir werden von einem Pixelhaufen angegriffen".

Für einen Star Trek Film wie Old-School Rock zum Mitsingen und Headbangen, gibt es deswegen von mir 4,75 von 5 Fasern
(Ich musste ein ganz klein bißchen abziehen, weil ich einen Storyhintergrund erst durch die Deleted Scenes verstanden habe, da hätte man 5min mehr Film riskieren können!;)

Kommentare:

kai hat gesagt…

was genau hast du denn nicht verstanden?

übrigens hat star wars schon mit dem dritten film (episode 6) angefangen, abzubauen. nur mal so, fürs protokoll ;)

^Ela^ hat gesagt…

Das der böse Bösewicht deswegen 25Jahre keine Schiffe in die Luft gesprengt hat, weil er bei den Klingonen im Gefägniss saß. Das wird zwar am Rande mal angedeutet, dass es da einen Ausbruch gibt, aber so richtig kapiert man das ohne die Gefängniss-Szene nicht...also ich zumindest...;)

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