02.08.2009

Herrin der Lüge

Bevor jetzt wer fragt: Nein ich habe nicht die ganze letzte Woche nur mit Lesen und DVD kuken verbracht, ich liefere nur die ganzen Filme und Bücher nach, weil ich bisher keine Zeit hatte was darüber zu schreiben!;)

Nagut dass heute schon die Rezi zu Herrin der Lüge kommt, habe ich dem Wecker meines Angetrauten zu verdanken (ihr erinnert euch, gestern war ich noch auf Seite 450 von 850?), der mich leider um halb 9 weckte. Ich konnte dann - im Gegensatz zu meinem Mann übrigens, der noch bis halb 11 friedlich schnarchte ^^ - nicht mehr einschlafen und hatte so 3 Stunden Zeit und Muße mir die letzten Kapitel noch in Ruhe zu Gemüte zu führen.

Kai Meyer ist ja seit der Faustus Triologie mein deutscher Lieblingsautor - ich halte im Übrigen nicht viel von deutschen Autoren, kann an meinem Goethe Trauma liegen... - und Herrin der Lüge sein gefühlt 5000stes Buch.
Die Seitenanzahl zeigt es schon, wer der Meinung ist, ein gutes Buch sollte das Format eines Lustigen Taschenbuchs nicht überschreiten, sollte diesen Wälzer im Regal lassen. Wer aber die dichte Mittelalteratmosphäre und die detailverliebten Szenarien des Medicus oder die Intrigen und Mysterien aus Der Name der Rose mochte, sollte dem Kreuzfahrerepos eine Chance geben!;)
Fabuliert wird von einem Kreuzzug der Jungfrauen - fiktional, aber im Vergleich zum historischen Kinder- oder Bauernkreuzzug auch nicht unwahrscheinlich - der zum Scheitern verurteilt ist, wie schon der Blick auf den Klappentext verrät: 5000 Mädchen unter Waffen - auf dem Weg in die Hölle.
Man sollte sich von der Melodramatik nicht abschrecken lassen und auch nicht davon, dass die Handlung umfangsbedingt nur etwas langsam ins Rollen kommt. Saga, die beste Lügnerin der Welt, wird von ihrem Zwillingsbruder getrennt und soll der undurchsichtigen Gräfin Violante helfen tausende Mädchen gegen die Sarazenen zu führen. Ihr Bruder macht sich nach seiner Fucht auf die Suche nach ihr und begegnet einer mysteriösen Ausreißerin, die sich dem Kreuzzug der Maria Magdalena anschließen will. Warum sie dabei von Söldnern verfolgt wird, was Violante im Heiligen Land wirklich sucht, was ein untoter Assasine, die Mätresse des Papstes und schließlich der heilige Stuhl selbst damit zu tun haben, bleibt lange vage, kryptisch und unduchrsichtig - aber nie unlogisch!
Man braucht schon ein wenig Geduld bis sich die verworrenen Handlungsfäden erkennen lassen und alles in den Templerburgen des Nahen Osten zusammenfindet, aber langweilig wird die Wartezeit auf die Auflösung eigentlich nie - und die hatte selbst für eine erfahrene Antizipiererin wie mich noch einen Storyturn in petto mit dem ich nicht gerechnet hatte!;)

Ich vergebe trotzdem nur 4 von 5 Kreuzfahrerbannern, weil ich glaube dass so Manchen die schiere Länge der Geschichte und die hunderte Seiten lange Geheimniskrämerei der Protagonisten dazu bewegen könnten, das Buch lange vor dem Showdown genervt aus der Hand zu legen...auch wenn es schade ist, denn der hat es in sich!;)

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