21.07.2009

Renaissance-Klatsch. Oder: Warum eigentlich immer Doppelnamen?

Es ist geschafft!
Theater ist wieder mal für ein Semester abgehakt und bei allem Spaß, den die Hell-Week trotz Stress und Hektik doch immer so mit sich bringt - es tut unheimlich gut mal wieder Zeit zu haben um endlich ein gutes Buch zu lesen!:)
Ein solches las ich daher gestern aus und kann damit endlich die dazugehörige Rezi liefern, die dann in einem Aufwasch auch erklärt, warum mein Blog in den letzten zwei Wochen so très français daher kommt! (Für alle, die Versailles und Mme Pompadour nicht erkannt haben...macht ja dann auch nix mehr, tut einfach so als hättet ihr das Thema voll durchschaut ich frag dann einfach nicht weiter nach!;)

Es ist ein weitverbreitetes Phänomen, dass Frauen, die über Frauengeschichte schreiben meist Doppelnamen tragen, die einen an schlimmstes Alice Schwarzer Syndrom denken lassen.
Ich habe keine Ahnung woran das liegt, stelle aber immer wieder zu meiner immensen Beruhigung fest, dass Namen manchmal auch irreführen und Bücher nicht immer nach dem Einband beurteilt werden sollten (frei nach Frank'n Furter;)!

Nach dem Europa der Aufklärung ist mein neuer Lesetipp daher diesmal von der guten Frau Sylvia Jurewitz-Freischmidt (mal ehrlich, warum eigentlich Doppelnamen? Mädels, ihr habt bei der Hochzeit die freie Auswahl, wirklich!^^):
Titel und Thema verraten schon, was die ersten Seiten eindeutig beweisen: Hier liest man keine wissenschaftliche Arbeit im engeren Sinne! Ich persönlich bin zwar ein Fan der Populärwissenschaft, da ich Geschichts-Geek, aber auch Autor bin und ein gut gewähltes Stilmittel für mindestens genauso wertvoll halte, wie einen gut recherchierten Fakt, aber wer auf halbseitige Fußnoten unter jeder Seite oder bis ins Detail belegbare historische Nachprüfbarkeit besteht, der ist hier falsch!

Statt dessen liest man eine, meiner Meinung nach, sehr gelungene Symbiose aus Sachbuch und Roman, Renaissance-Klatsch auf hohem Niveau eben!;)
Die Historie kommt dabei aber nicht wirklich zu kurz, recherchiert ist das Ganze, glaubt man der umfangreichen Literaturliste trotz allem sehr eingehend!
Natürlich kann man sich jetzt fragen: Warum muss man die Skandale und Skandälchen von Sonnenkönig und Co. interessanter finden, als die heutigen Royals und was die Bunte so über sie schreibt?
Meine Antwort wäre: Man muss nicht, man kann aber!
Der springende Punkt an Frauengeschichte im allgemeinen und dem Umgang mit Königinnen, dem Mätressenwesen und "Weiberregimentern" der frühen Neuzeit im Besonderen ist eben, dass damals im Gegensatz zu heute von Sex-Skandalen noch Kriege ausgelöst wurden, Gunst und Missgunst ganzer Familien an einer Hochzeit hing und es für Frauen außer der vorrübergehenden Regentschaft oder der Hintertreppe der Mätresse eigentlich keine politische Betätigung gab.

Außerdem kann wohl niemand behaupten an ein bißchen Klatsch nicht seine Freude zu haben und ich bin der Meinung, wenn man dabei noch was lernt...umso besser!;)

Mal sehen was sich als nächstes zur entspannenden Bettlektüre anbietet...ich hab noch ein Tudor-Blog-Theme...;)
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