09.06.2009

Europa im Jahrhundert der Aufklärung

Zur Abwechslung mal was zur Hebung des Bildungsstandarts, das 1. Buch, dass ich als Vorbereitung für meine "vielleicht dann doch irgendwann mal" Promotion gelesen habe und wirklich meinen Spaß daran hatte:

Europa im Jahrhundert der Aufklärung von Barbara Stollberg-Rillinger

Auch wenn der Doppelname die Angst vor Kampfemanzentum schürt, ist diese Befürchtung glücklicherweise unbegründed. Frauengeschichte ist zwar immer wieder ein Thema, aber wird durchaus objektiv behandelt.
Das Buch beschäftigt sich mit Überblickswissen, geordnet in Kategorien, die leicht nachovllziehbar und gut strukturiert sind. "Das Jahrhundert der Aufklärung als Zeitalter der Tolenranz" wird ebenso thematisiert wie "Der Jahrhundert der Aufklärung als Zeitalter nationaler Konflikte". Ohne Scheu die Widersprüche dieses historisch komplexen Zeitraumes aufzuzeigen, verliert sich Frau Rillinger (sorry bin Doppelnamenverweigerer;) nie in geschichtswissenschaftlichem Blabla, so dass das Buch auch vollgepackt mit historischen Fakten immer noch als Bettlektüre taugt.

Die Kapitel zum aufkommenden Bürgertum, sozialen Strukturen, neuer wissenschaftlicher Entdeckungen, Lesekultur, Öffentlichkeit und Frauenrollen bieten die ein oder andere interessante Parallele zu heutigem Socializing und mich hat vor allem gefreut, dass mir einige Dinge doch sehr bekannt vorkamen, dank meines 18th cnetury novels Examensthemas!
Naja gut, vielleicht kein genialer Brückenschlag für die Interdisziplinäre Forschung, aber immerhin ein Beweis, dass man sich Erkenntnisse aus dem Studium eben doch merkt! Manchmal...;D

Im Anhang finden sich außerdem rund 30 Auszüge aus historischen Originalquellen, was das Buch für Historiker und Menschen interessanter macht, die sich schon immer gefragt haben wie Kant Europa definiert, oder was man im 18. Jhd. über Sklaverei, Frauenrechte, Pressefreiheit, Klassenkampf und Fortschritt dachte...hey, es mag solche Leute geben, wirklich!;)

Insgesamt bietet das Buch vielleicht ein bißchen mehr als man zur Aufklärung immer schonmal wissen wollte, wird aber dabei nicht langweilig, so dass man die kleinen, leicht verdaulichen Analysehäppchen in der Übersicht gern in Kauf nimmt und sich im besten Fall am Ende entscheiden kann welchen Teil des Überhangswissens man denn nun wieder vergessen möchte.

Wie T. sagen würde: 4 von 5 Erleuchtungsfackeln
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