2017-08-19

The Hanging Tree

Ich hatte ja angekündigt, dass Finishing School nicht die einzige Serie ist, deren letztes verfügbares Installment ich noch auf meinem To Read Stapel hatte, also kommen wir gleich mal zu Buch Nummer 6 aus der Rivers of London Reihe: The Hanging Tree

Suspicious deaths are not usually the concern of PC Peter Grant or the Folly, even when they happen at an exclusive party in one of the most expensive apartment blocks in London. But Lady Ty's daughter was there, and Peter owes Lady Ty a favour.
Plunged into the alien world of the super-rich, where the basements are bigger than the house and dangerous, arcane items are bought and sold on the open market, a sensible young copper would keep his head down and his nose clean. But this is Peter Grant we're talking about.
He's been given an unparalleled opportunity to alienate old friends and create new enemies at the point where the world of magic and that of privilege intersect. Assuming he survives the week . . .
Meine Serielle Unfähigkeit bezieht sich ja glücklicherweise nicht auf Bücher, die in sich eine abgeschlossene Story erzählen, wobei das nach 6 Büchern einer Reihe langsam schwierig wird - zumindest hatte ich oft keine Ahnung wovon die Rede ist, wenn wieder auftauchende Nebenfiguren und "weißt du noch damals" Momente aufploppten, dazu habe ich vermutlich die anderen Bücher der Reihe nicht mehr präsent genug, aber das ist ja nicht der Autor Schuld.;-)

Ansonsten gefällt mir die Erzählstruktur und Grundprämisse der Serie weiterhin, der Hauptcharakter geht mir manchmal auf die Nerven, aber ist wenigstens konsequent erzählt und die ständigen Ausweicher in moderne Polizeitaktik sind mir manchmal ein wenig viel, werden aber wenigstens mit Charme und Selbstironie vorgetragen. Und Leuten, die über sich selbst Witze machen können, höre ich immer gerne zu, sogar wenn sie fiktional sind.;-)

Mein einziger wunder Punkt an der ganzen Geschichte - wobei hier der übergreifende Storyarch gemeint ist - ist allerdings, dass nach sehr langer Vorrede, mich der Showdown etwas unterwältigt zurückgelassen hat, weil dann plötzlich alles sehr schnell ging und dann gab's plötzlich keine weiteren Seiten mehr und viele, viele offene Fragen und lose Enden.
Das an sich wäre ja noch nicht das Schlimmste, aber soweit ich recherchieren konnte, hat noch niemand eine Ahnung wann Band 7 und/oder Band 8 erscheinen könnten, alles was ich herausfinden konnte, war, dass es jetzt einen (neuen) Verlagsvertrag für die beiden Bücher gibt, was erstmal ziemlich wenig heißt...

Für eine interessante Entwicklung und nette Nebenfiguren vergebe ich daher mal 4 von 5 Partyschirmchen und darf mich jetzt fragen wie lange es wohl dauert, bis die ganzen losen Erzählstränge mal aufgesammelt werden. Ich hoffe der Autor hat einen Plan...;-)

2017-08-12

Reparieren, Restaurieren Teil 1

Unser Kleinhund und ich sind gerade gut darin die Wohnung zu demolieren- er, weil seine neuen Zähne ihn zwicken und er daher jedes billige Holz- oder Plastikteil in der Wohnung systematisch mit Zahnabdrücken "verziert". Ich, weil ich einfach verpeilt bin und manchmal statt dem Febreeze die "niemals unter keinen Umständen bleichen" Sofakissen mit Chlorbleiche einsprühe, weil ich die grade noch in der anderen Hand hatte...

Zum Glück konnte man das Sofakissen umdrehen und die ausgebleichten Stellen nach unten drehen, aber für manche anderen unserer Ausfälle gibt es leider keine ganz so einfache Lösung. Ich habe daher ein paar Reparatur- und Restaurierungsprojekte aufgemacht und mal mit dem nächst-einfacheren angefangen: Billige, angefressene Kommodenknöpfe durch hochwertigere aus Keramik oder Edelstahl ersetzen.

Bei Ikea Möbeln ist das meistens besonders einfach, weil die natürlich alle schön genormt sind was Lochweiten usw angeht, aber auch andere Schränke lassen sich so bestimmt aufhübschen, man muss nur evt etwas länger suchen, bis man etwas passendes findet - wobei Schrankknöpfe statt Griffe sind Bohrloch-Abstand-unabhängig, wenn sonst gar nichts geht.

Vielleicht ist unser Hund einfach ein kleiner Snob, der uns auf die billigen Ausführungen aufmerksam machen wollte, denn ich muss schon sagen, mit Keramik- und Metallgriffen sehen die billigen Kommoden gleich irgendwie viel schicker aus....;-)

Das wars schon für die Kommode in der Küche. Die Flurkommode hatte allerdings auch damit zu "kämpfen", dass ich mal unseren Werkzeugkasten drübergezogen habe, was 2 seeeehr unschöne Kratzer im weißen Funier hinterlassen hat. Mit weißem Edding ausbessern hat leider nicht annährend so gut geklappt wie schwarzes Funier mit schwarz abzudecken, daher habe ich hier zu Template Lösung Nummer 2 gegriffen: Klebeband. Bzw in dem Fall Klebe-Tattoo, eigentlich für die Wand gedacht, aber wen stört das schon.
Ich wollte erst was in Silber oder Schwarz machen, so als Kontrastfarbe, aber bin im Nachhinein sehr froh mich für die weiß-auf-weiß Variante entschieden zu haben. Die Maße passen zur Platte und das Motiv wurde nach Großflächigkeit (schönes Wort...) ausgesucht.
Deckt die Kratzer nicht ganz ab, aber lenkt erfolgreich den Blick davon ab (der Schraubenzieher zeigt auf die noch "sichtbaren" Stellen) und sieht eigentlich Ton in Ton edler aus als gedacht.:-)

Dann gab's Geburtstagsgeld und davon nach einer kurzfristigen Eingebung endlich mal ein paar von den "Todesstern" Lampen, die ich bei Ikea immer schon wollte.
Schon sieht der Flur schonmal wieder stylisch aus. Den etwas mehr mitgenommenen (und nicht Ikea) Wohnzimmerschrank muss ich dann demnächst mal mit einer größeren Palette Farbe und Werkzeug bearbeiten. Fotos folgen. :-)

2017-08-02

Schamlose Eigenwerbung 2017: Elysion ist da!

Die Seitenleiste hat es eventuell schon verraten: Es ist Zeit für schamlose Eigenwerbung, denn endlich, endlich, endlich ist Elysion im Druck!!! :-)

Ich glaube das waren die längsten 3 Wochen meines Lebens - wie man am Erscheinungsdatum im Shop sehen kann, habe ich schon Mitte Juli (am 12. um genau zu sein...^^) die Druckfahne und das fertige Cover hochgeladen, aber es hat tatsächlich bis heute gedauert, bis mein erstes gedrucktes Exemplar endlich in meiner Hand war.
Und ich weiß nicht, wie es anderen Autoren so geht, aber bis ich das Ding nicht in den Fingern habe, glaube ich nicht wirklich daran, dass alles gut gegangen ist...
Ich hatte in der Zwischenzeit sogar schon Alpträume, in denen im Druck etwas so furchtbar schief gegangen war, dass ein anderes Buch zur Hälfte "untergemischt" worden war, oder alle Kapitelüberschriften verschoben waren...
Ich gebe zu, das hatte auch damit zu tun, dass die letzten Layout Tage einfach ätzend waren - meine ellenlange Open Office Datei war so zerschossen durch copy und paste, dass ich das Programm ungefähr 4 Tage lang nicht mehr schließen konnte, weil sonst immer wieder irgendwelche Grafikelemente verschwunden oder Leerseiten eingefügt waren. Der Horror...
Und ja, mir ist bewußt, dass ich das selber Schuld bin und OO keine geeignete Software ist, vielen Dank, man spare sich die Schadenfreude und habe etwas Mitleid mit dem emotionalen Stress des Autors, der nach 3,5 Jahren sein Baby endlich gedruckt sehen will!;-)

Das Druckergebnis jedenfalls sieht (wie ich finde) sehr gut aus! Die Matt-Auführung des Covers dämpft etwas die Farben, aber wirkt irgendwie "tiefer" als das reine Foto und ich habe mir sogar gegönnt die Karte in bunt drucken zu lassen...nach der ganzen Arbeit sahen die Graustufen so traurig aus...;-)


Und da ein Buch auch (oder vor allem?) im Self-Publishing nicht ohne viel Hilfe entsteht, ist es natürlich höchste Zeit sich nochmal bei meinen Beta-Lesern und Helfern zu bedanken!
Das Impressum gibt schonmal einen Eindruck davon wieviel Hilfe ich hatte...man kann sich glücklich schätzen und das tue ich auch!:-)

© 2017 Manuela Sonntag
Coverdesign: Manuela Sonntag, C. Schuhmann
Korrektorat: J. Dietrichs, E. Presse, M. & O. Schönen, C. Schuhmann
Lektorat: Thomas Michalski
Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand, Norderstedt

Da das "Personenaufkommen" im Impressum schon so groß war, habe ich darauf verzichtet die Internetquellen aufzuführen, die mir bei der Kartenerstellung geholfen haben, aber auch hier möchte ich nochmal auf die großartigen Tutorial Videos und die schönen Photoshop Extensions von Jessica Khoury und calthyechild hinweisen!
Genaueres findet ihr im How To Post zur Karte.:-)


Ich hoffe jedenfalls, dass sich all die Arbeit gelohnt hat - ich bin mit der letzten Textversion sehr zufrieden und mal gespannt was mein Korrektorat dazu sagt, der Unterschied zu Version 1 ist doch ziemlich groß...:-)

Alles in allem ist es immer ein großartiges Gefühl ein neues Buch ins Regal zu stellen - vor allem wenn man das nur so selten tut...;-) - und jetzt muss ich dringend mal drüber nachdenken was als nächstes kommt.

Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit dem "Elfen und Drachen Ding" (Arbeitstitel)!!!;-)


2017-07-30

Fantastic Beasts and Where to Find Them

Ich weiß nicht, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber aus den Harry Potter Verfilmungen bin ich in Teil 5 ausgestiegen, weil es mir seltsam vorkam einen ziemlich hektischen, schlecht gepacten Film zu drehen, in dem nicht einmal erwähnt wird, was die blöde Prophezeiung eigentlich tut - aber wen interessiert auch warum Sauron deinen Einen Ring haben will, Hauptsache wir haben die dunkelhäutige Darstellering von Lavender Brown noch schnell gefeuert, damit Ron einen weißen Love Interest haben darf (und komme mir jetzt keiner damit, das wäre keine Absicht gewesen).^^

Wie dem auch sei, es sind nicht alle Verfilmungen gelungen und mache verhunsten Ver-Filmungen werden nicht mal ein guter Film Nach Motiven Von, das mag man im Fall von HP jetzt als persönliches Werturteil begreifen, das ich niemandem aufdrängen will, der die Filme mochte (ich mochte auch der 5. Buch nicht wirklich, vielleicht lags also doch an Harry;-).
Fakt und Zweck der langen Vorrede ist daher: Ich wollte nichts filmiges mit Harry Potter mehr wahrnehmen.
Daher hat es auch ein wenig gendauert, bis ich mich von diversen Trailern davon habe überzeugen lassen, dass Fantastic Beasts nichts, wirklich gar nichts, mit den ursprünglichen Filmen zu tun hat. Den Hauptausschlag dem Film eine Chance zu geben, hat allerdings gegeben, dass ich die 20er Jahre Ästhetik immer schon mochte, egal ob mit oder ohne Zauberer.;-)


Ich habe mal ausnahmsweise keinen Honest Trailer verlinkt, weil ich ihn auch in diesem Fall wieder zu hart argumentiert fand...ja es gibt definitiv Kritikpunkte, wie z.B.
- Wie kann man behaupten die Viecher in dem Koffer wären harmlos, wenn man ständig damit beschäftigt ist sie wieder einzufangen, bevor sie noch mehr kauptt machen?
- Warum kann man keinen Viecher-sicheren Koffer zaubern?
- Warum funktioniert Accio immer dann nicht, wenn es aus dramatischen Gründen notwendig ist, dass irgendwer beim Werfen ganz doll zielen muss?

Alle diese Punkte haben aber mit der Grundprämisse zu tun: Magie in die Realität einzubauen ist verdammt schwierig. Ich weiß das aus eigener Erfahrung.;-)
Es ist zwingend notwenig magischem Can-Do irgendwo strenge Grenzen zu setzen, denn sonst hat man es mit lauter Halbgott-Figuren zu tun, die alle Probleme mit einem Fingerschnippen lösen können. Und das ist? Laaaaaangweilig!;-)
Ich verstehe also das Prinzip, kann aber den Einwand nachvollziehen, dass die Grenzen, die man hier dem Can-Do gesetzt hat, teilweise etwas willkürlich und merkwürdig wirken.

Meine Kritikpunkte an FB sind daher andere, nämlich 1) es ist ein Prolog Film zu einer Reihe und die sind meistens voll von Exposition und haben selten eine überzeugende Spannungskurve und 2) daraus ergibt sich, dass 2 scheinbar gleichberechtigte Handlungsstränge nebeneinander herlaufen - der Exposition-Strang, der sich mit dem Einfangen der Viecher beschäftigt und uns den Hauptcharakter schmackhaft machen soll, aber eigentlich 0 mit dem 2. Strang zu tun hat, der uns die neue Dunkle Bedrohung aufzeigen soll.

Das führt leider dazu, dass beides für mich ein wenig zu kurz kommt, der Hauptcharakter bleibt ein murmelnder Nerd, der Muggle ist die einzige wirklich witzige Figur und die beiden Mädels bleiben so ein wenig in ihren Stadt- und Landmaus Klischees stecken.
Die Dunkle Bedrohung währenddessen soll von Menschen wie der amerikanischen Präsidentin eingedämmt werden, deren größtes Achievement es zu sein scheint nutzlos restirktive Authorität auszustrahlen. Zitat: Warum haben Sie uns nicht schon vor 24 Stunden von dieser Bedrohung erzählt?
Woraufhin meine Antwort als weibliche Hauptfigur gewesen wäre:
Weil du mich vor 24 Stunden mit völlig hirnloser Arroganz aus deinem Büro geworfen hast, als ich dir davon erzählen wollte.
Leider wird es danach nicht besser, auch wenn ich es schade finde, dass Colin Farell nicht weiterhin den Bösewicht spielen kann. So wird nur wieder eine weitere Variante des Verrückten Hutmachers draus und das braucht inzwischen keiner mehr, oder?

Ich mag Prolog Filme nicht sonderlich, sogar der erste LotR ist mir zu langatmig, daher sollte man das im Hinterkopf behalten, wenn man meine 2,5 von 5 Glühwürmchen als Bewertung liest, just in case, dass man mit Einleitungen nicht so viel Probleme hat, dann kann man den Film vielleicht mehr wertschätzen.;-)

2017-07-22

Manners & Muntiny (The End of Finishing School)

Wenn man unter seriellen Unfähigkeit leidet, ist es immer wieder nett zwischendurch auch mal die eine oder andere zu finden, die ohne ewig langatmige Plots und Telefonbuchdicke Castlisten auskommt - und deren Bücher in sich zumindest soweit abgeschlossen sind, dass man sich nicht die Kugel geben will, wenn das eine Buch zuende ist, bevor der Postbote das nächste gebracht hat.;-)

Trotzdem muss ich zugeben, auf Manners & Mutiny war ich unheimlich neugierig, ich finde es heutzutage fast schon innovativ, wenn man seine Serien innerhalb von 3 oder 4 Büchern zuende bringt, die nächste Serie, die noch ansteht macht es da leider anders...aber dazu dann mehr wenn es soweit ist. Bis dahin - worum geht es? Außer um die richtige Auswahl von farblich passenden Bonnets und Ribbons.;-)

If one must flirt...flirt with danger.

Lessons in the art of espionage aboard Mademoiselle Geraldine's floating dirigible have become tedious without Sophronia's sweet sootie Soap nearby. She would much rather be using her skills to thwart the dastardly Picklemen, yet her concerns about their wicked intentions are ignored, and now she's not sure whom to trust. What does the brusque werewolf dewan know? On whose side is the ever-stylish vampire Lord Akeldama? Only one thing is certain: a large-scale plot is under way, and when it comes to fruition, Sophronia must be ready to save her friends, her school, and all of London from disaster--in decidedly dramatic fashion, of course.

Ich weiß, vermutlich wird man mich wegen Inkonsequenz ohrfeigen wollen, aber ich fand es fast schon ein bißchen schade, dass der "andere Verehrer" der Hauptfigur schon in Band 3 aussortiert wird. Emotionale Verstrickungen oder auch nicht, die Figur hatte was und wie ich schon sagte - eine gut gemachte Dreiecks-Geschichte hat auch ihre interessanten Seiten.;-)

Ansonsten hatte das Finale alles was ich mir erhofft hatte, ein paar nette Ideen, Charakterdinge und explodierende Luftschiffe. Und ein Happy End, das fast schon zu süßlich ist, aber was soll ich sagen? Manchmal mag ich einfach, wenn alle am Ende glücklich sind, zumindest wenn sies sich vorher mit Narben und Schmerz verdient haben.;-P Und hier kann man der Autorin wirklich nicht vorwerfen, dass sie ihre Hauptheldin schont - gebt ihr eine Glatze und ein dreckiges Unterhemd und das letzte Kapitel ist Die Hard in Krinoline. Me like!

Ein winzig kleines Minihalbes Pünkchen ziehe ich dafür ab, dass der tolle, böse Plan am Ende irgendwie ein bißchen antiklimaktisch stümperhaft zu sein scheint, wenn man sieht wie er vereitelt wird...die großen Oberbösewichte in Teenager Plots haben oft das Problem, dass sie am Ende erstaunlich einfach aufzuhalten sind *husthustVoldemorthust*, aber das macht es ja nicht besser.^^

4,5 von 5 Mechanimals sind aber ja schon genug für ein kleines Rudel, klar Empfehlung also für die Sommer-Urlaubslektüre!

2017-07-15

Angehört: Mordspuren. Oder: Titel und Sprecher haben ihren Sinn.

Gut, ich habe es ein wenig herausgefordert. Wenn man sich nach dem Seredipity Prinzip neue Bücher aussucht, kann das super werden oder auch nicht.
Die historischen Indi Jones Geschichten waren kurzweilig und spannend, Buch 2 aus der Reihe kann da nicht mithalten, was aber auch an der vom Titel (Mordspuren)  geweckten Erwartungen liegt und der Tatsache, dass der Autor sein Werk selbst vorträgt.

Aber der Reihe nach, worum geht es (angeblich):

Das Warten hat sich gelohnt: Der bekannteste Kriminalbiologe der Welt präsentiert eine neue Sammlung mit Mordfällen, die die Öffentlichkeit in Atem hielten. Sein Spezialgebiet ist die Kriminalistik unter besonderer Berücksichtigung von Maden, Larven und Insekten, die Entscheidendes über Todeszeitpunkt, Tatort oder Täteridentität verraten können. Wenn man die entsprechenden Hinweise deuten kann! Dies ist aber kein wissenschaftliches Buch. Mark Benecke rollt Kapitalverbrechen neu auf, trägt Fakten, Indizien, Aussagen, frühere Bewertungen zusammen und öffnet dem Leser die Augen für die oft vertrackten Fälle. Dabei liefert er dank seiner genauen Recherchen viele neue Informationen. Fesselnd und minutiös werden wahre Begebenheiten nacherzählt und ausgebreitet. Oft genug gibt es überraschende, manchmal tragikomische Wendungen, spannender als jede Fiktion!
Ich hätte mir jetzt gewünscht, dass man mir mal erklärt, wie SpuSi Arbeit tatsächlich funktioniert - dass sie nicht so funktioniert, wie bei CSI zu sehen, dafür hätte ich jetzt die Eingabe des Autors nicht wirklich gebraucht.;-)

Was aber passiert, ist, dass mir Fälle beschrieben werden - und zwar "nur" die Fälle, was wann wo untersucht wurde, wie die Hinweise zustande kamen und wann welche Untersuchungen angeordnet wurden. Das gibt einem zwar schon einen Einblick in das teilweise recht konfuse bis frustrierende Bürokratiewesen, in das Kriminalistik scheinbar eignebettet ist, aber WIE das alles mit den Larven und Käfern jetzt wirklich funktioniert, weiß ich immer noch nicht.
Entgegen der Behauptung des Klappentextes (und des Titels!) geht es aber auch gar nicht um Spurenanalyse, sondern der Autor möchte Kriminalfälle vorstellen, die sich "am Rand des Randes" der Gesellschaftlichen Vorstellungskraft bewegen.

Wie er die entsprechenden Fälle ausgesucht hat, erschließt sich mir dabei jetzt nicht so ganz, aber Pädophile, Kannibalen und Serienmörder hatte man nach der Aufnachung irgendwie schon erwartet.

Schlimmer bis unerträglich wird das für mich dadurch, dass der Autor sein Buch selber vorliest. Man mag jetzt einem Kriminalisten verzeihen, dass er nicht schreibt wie ein Romanschriftsteller, ein gewisser kurz-nüchtener Stil hat schon auch etwas für sich, aber leider kann Herr Benecke bei all seiner sicherlich profunden wissenschaftlichen Qualifizierung einfach nicht vorlesen, es ist tatsächlich einfach so schlimm.
Ich musste deswegen immer wieder Pausen machen, weil kurz angebundener Hauptsatz-Stil gepaart mit einer Vorlesestimme, die mich an die krampfigen abgelesenen Referate aus meiner Oberstufenzeit erinnert hat, war einfach zu viel für meine Konzentration...

Ich würde mir ja evt noch den ersten Band zulegen, aber leider hat der Verlag auch da (ich möchte mal nicht unterstellen, dass der Autor selber unbedingt Sprecher sein wollte, das würde mich doch sehr wundern...) den Profi eingespart und noch so eine Erfahrung brauche ich nicht wirklich.

Wer sich also für die schlimmen Dinge interessiert, die Menschen sich so antun können und/oder die verschlungenen Pfade, die so eine Ermittlung manchmal nehmen muss, der kaufe sich vielleicht das gedruckte Buch, denn für das Hörbuch kann ich mir mehr als 1,5 von 5 Mistkäfern wirklich nicht abringen.
Schade, aber manchmal muss man einfach einsehen, dass man irgendwas einfach nicht kann und das dann auch durchziehen...

2017-07-08

Schreibferien

Jaja eigentlich sollte man ja meinen, dass Ferien Zuhause der perfekte Vorwand wären mal die 3, 4, 7...? Blogeinträge aufzuholen, die ich noch so rumliegen habe.

Das wäre vermutlich auch so, wenn es sich nicht so ergeben hätte, dass pünktlich zum Ferienbeginn die letzten Beta-Kommentare und die Lektrorierte Textversion von Elysion "reingekommen" wären...
Mein Dank an der Stelle and Tine und Thomas, die sich von den heißen Sommertemperaturen nicht haben abhalten lassen Winterkrieg mit Elfen und Drachen zu lesen.;-)

Meine Urlaubstage teilen sich also gerade angenehm zwischen Textarbeit und Waldspaziergängen mit den Hundeviechern auf, wenn mir vom Sitzen der Hintern weh tut, aber fürs Bloggen bleibt da leider nicht so viel Zeit...

Ab Ende nächster Woche schlägt ja dann aber der Arbeitsalltag wieder zu, dann sollte hoffentlich die letzte Änderungs-Orgie am Text überstanden sein (wird ja mal Zeit!;-) und dann kann ich auch wieder was von Büchern, Hörbüchern, Filmen und sonstigem Kram erzählen.

In der Zwischenzeit wünsche ich schöne Sommertage!!:-)

2017-07-01

Rogue One. Oder: Füllen wir ein Plothole.

Ja, es war mal wieder Mittwoch und ich durfte noch keine weiteren lustigen Plotfreien Kinderfilme aussuchen, also haben wir einen nicht so sonderlich lustigen, ziemlich Plotfreien Actionfilm gekukt...hmm merkt man schon, dass ich meine Auswahl besser fand?;-)

Naja sagen wir mal zuerst was Nettes:
Rogue One sieht echt gut aus! Also so richtig, Shots mit und one Todestern, ikonisch platzierte Raumschiffe, ohne diese ständigen Lens-Flares von Star Trek benutzen zu müssen und Planeten wie aus dem Katalog von Magrathea.;-)


Damit habe ich denselben positiven Punkt abgearbeitet, den Honest Trailers auch erwähnt, wobei der ständige und stetige Fan Service, den der Film scheinbar betreibt und der hier als positiver Punkt 2 aufgeführt wird, an mich natürlich verschenkt ist, weil äh keine Ahnung. Mir ist nicht mal aufgefallen, dass die Milch blau ist und selbst wenn, rettet das keinen Film.;-)



Und das ist dann auch Teil des Problems: Dafür, dass der Film irgendwie nicht so richtig viel Story hat, außer uns zu erklären wie es eigentlich sein kann, dass ein komischer dahergelaufener Typ wie Luke Skywalker mal eben die größte Massenvernichtungswaffe des Universums zerstören kann (2x, wenn ich mich richtig erinnere?), ist er unfassbar laaaang. Vielleicht konnte man den Fan Service nicht anders unterbringen...?
Außer wenig Story, hat der Film nämlich auch keinen einzigen Charakter, der vernünftig ausgearbeitet ist - die Einzigen, denen man ein bißchen (ein ganz klein wenig bißchen) Backstory gönnt, sind Rebel Girl, die von der Rebellion bis gefühlt 5Min vor 12 nichts wissen will, aber sobald sie beschlossen hat (oder ihr Vater ihr gesagt hat) dass das alles total wichtig ist, trotzdem auf einem ziemlichen High Horse reitet, weil plötzlich das was sie wichtig findet, kein anderer so richtig wichtig findet. Und dann Rebell Guy, den man zuerst einen Kontaktmann erschießen sieht, den er in die Scheiße geritten hat. Meine Theorie war, dass der nur da war, um uns zu zeigen, dass Rebellen nicht zwangläufig gute Menschen sind - ein völlig valider Punkt, aber ein Charakterkonzept ist das nicht wirklich.

Das ist dann aber auch das Ding: Keiner von diesen Figuren hat entweder einen ernstzunehmenden Charakter und/oder kommt irgendwie symphatisch an.
Ich bin völlig damit zufrieden, wenn mir Märchen-Plots und Archetypen Figuren auf eine plausible Art und Weise präsentiert werden, deswegen mochte ich auch den ersten "neuen" Star Wars, aber hier gibt man sich einfach keine Mühe, vielleicht auch weils sich nach dem Armageddon Ende eh nicht lohnt...?
Dazwischen gibt es viel Iwojima-eskes Kriegsfilmgedöns, was mal so gar nicht mein Ding ist, auch nicht mit Aliens. Irgendwann beim Gefecht um den Strand war ich schon dabei mich Bettfertig zu machen und musste dann feststellen, dass der Film noch fast eine Stunde läuft - aber das kann daran liegen, dass ich momentan einfach sehr müde bin und deshalb schnell gelangweilt.;-)
Eine Stunde weniger Laufzeit, hätte aber vielleicht nicht geschadet, ich hatte so ein Hobbit Deja-Vu...

Irgendwie wirkt das auf mich alles ziemlich lieblos als Geld-Kuh hingerotzt, wobei kann man bei soviel Budget von rotzen sprechen...?
Naja ich bin jedenfalls nicht sehr traurig das Geld fürs Kino hier gespart zu haben und ringe mich mal zu 3 von 5 Lichtschwertern durch, weil Darth Vader schon eine coole Sau ist, wenn man aktiv ausblenden kann, dass er irgendwas mit Anakin zu tun hat, das zieht einen nur runter.;-)

2017-06-24

Waistcoats & Weaponry (Finishing School III)

Eigentlich wollte ich ja sehen, ob das dritte Buch von Ms Schwab mich weniger ärgert, als das zweite, aber aus verschiedenen Gründen bekomme ich momentan nicht genug Schlaf und auch wenn das bedeutet, dass meine Lese-Geschwindigkeit drastisch zugenommen hat, sinkt meine Gedult mit unzufriedenstellend umgesetzten Ideen meist rapide, wenn ich müde bin.;-)
Aus diesem Grund habe ich mich für eine Nervenschonendere Variante entschieden und erstmal eine der anderen Serien weiterverfolgt, die grade so offen sind: Finishing School Teil 3

Sophronia continues her second year at finishing school in style--with a steel-bladed fan secreted in the folds of her ball gown, of course. Such a fashionable choice of weapon comes in handy when Sophronia, her best friend Dimity, sweet sootie Soap, and the charming Lord Felix Mersey hijack a suspiciously empty train to return their chum Sidheag to her werewolf pack in Scotland. But when Sophronia discovers they are being trailed by a dirigible of Picklemen and flywaymen, she unearths a plot that threatens to throw all of London into chaos. With her friends in mortal danger, Sophronia must sacrifice what she holds most dear--her freedom.
Und was soll ich sagen? Die Entscheidung war goldrichtig, denn sie hat meinen Glauben an die schreiberische Menschheit insofern wieder hergestellt, als dass es eben auch immer wieder mal Serien gibt, die besser werden, je länger sie laufen.;-)

Man mag sich ja erinnern, dass meine Einschätzung der Serie "nett, spannend, nur nicht besonders tiefsinnig" sich eigentlich kontinuierlich fortgesetzt hat. Und dann natürlich die Frau zwischen 2 Männern - ehrlich manchmal muss man denken, dass es keine anderen Plotpoints mehr gibt...

Trotzdem muss ich meine eigenen Worte insofern fressen, als dass in Teil 3 von Finishing School diese Dreiecks-Geschichte mir dann doch plötzlich wieder Spaß gemacht hat, was aber auch daran liegt, dass die Autorin sich in diesem Fall wirklich was dabei gedacht hat.

Sophronia ist auch eine Heldin, der vieles gelingt, aber das liegt daran, dass sie talentiert ist und clever und gut in der Ausbildung, die sie unterläuft und nicht einfach nur daran, dass sie sich irgendwas in den Kopf gesetzt hat. Außerdem sind ihre beiden Männer mit ihr in einem Beziehungsgeflecht verwickelt, das Dinge mit ihr macht, pendelnde Loyalitäten, Unsicherheit bezüglich der eigenen Gefühle und diverse komplizierende äußere Einflüsse inklusive.
Sowas finde ich dann wieder spannend, denn es trägt zur Entwicklung des Hauptcharkters bei, was der Tiefe der Geschichte hilft und es hat tatsächlich Auswirkungen und Wechselwirkungen auf die Figurenkonstellation.
Es ist nicht einfach nur ein dummer Plotpoint, der dem leser hingeworfen wird, weil man zu faul ist sich eine vernünftige Backstory auszudenken...aber ich meckere schon wieder.;-)

Bleiben wir mal beim eigentlichen Thema und halten fest: Je länger die Autorin in diesem Fall Zeit hat ihre Figuren zu entwickeln, desto mehr Spaß machen sie mir und desto weniger kommt das "ist platt, aber nimmt sich halt auch nicht so furchtbar ernst" Thema zum Tragen.

Ich fühle mich daher völlig wohl damit 4 von 5 Brieföffner zu vergeben. Teil 4 habe ich mir schon geordert und bin sehr gespannt auf das Finale!:-)

2017-06-17

Sing

So Film 2 aus dem Film Mittwoch und wie ich schon sagte, kann man sich vermutlich schon irgendwie denken wer welchen Film sehen wollte...;-P

Ich muss gestehen, ich wollte den Film vor allem deswegen auf meiner Watchlist, weil ich es lustig fand, dass der Gorrilla Panzerknacker Gang-Leader einen so fetten britischen Akzent spazieren führt. Keine Ahnung warum, aber ich fand das schon großartig lustig...rettet sich vermutlich nur nicht in die deutsche Synchro...



Trotzdem fand ich Sing sehr unterhaltsam, auch wenn alle Rezis, die ich so konsumiert habe, in dem Punktabzug "platte Story" vermutlich Recht haben. Ja, die Geschichte Theater pleite, richtet Gesangwettbewerb aus, läuft etwas aus dem Ruder, lässt sich tatsächlich in so wenigen Worten zusammenfassen und die Figuren sind auf ihre Art natürlich auch die typischen Casting-Show-Archetypen, aber irgendwie hat mich das überhaupt nicht gestört.

Eine rudimentäre, aber wenigstens glaubhafte Story ist ja besser als 95 Twists, die nur da sind, damit sie da sind, oder Logikkrater aufreißen, wo keine sein müssten.;-) Und ansonsten geht's eben vor allem darum dass lustige animierte Tiere Pop-Songs zum Mitswingen zum Besten geben und das funktioniert für mich total. Habe mir gleich am nächsten Tag den Soundtrack runtergeladen und auf meine Playliste gepackt für den garantierten Gute Laune Faktor.

Hier zu sehen im Trailer:


Ich denke ein Film der Gute Laune herstellt, muss schon einen goldenen Gummipunkt bekommen und deshalb komme ich trotz überschaubarem Plot und Figuren-Reichtum auf 4 von 5 Tintenfische. Für die Background Beleuchtung sollte das reichen.;-)

2017-06-10

Norse Mythology

Ich hatte ja schon angekündigt, dass zu meiner Serendipity Inspirationsauswahl für ein eventuelles neues Projekt auch Mythologie gehört, auch wenn ich noch nicht so genau weiß, was man damit anfangen könnte. Tatsächlich habe ich mir Norse Mythology aber vor allem wegen dem Cover gekauft, das mal wieder großartig ist.;-)

Introducing an instant classic master storyteller Neil Gaiman presents a dazzling version of the great Norse myths. Neil Gaiman has long been inspired by ancient mythology in creating the fantastical realms of his fiction. Now he turns his attention back to the source, presenting a bravura rendition of the great northern tales. In Norse Mythology, Gaiman fashions primeval stories into a novelistic arc that begins with the genesis of the legendary nine worlds; delves into the exploits of the deities, dwarves and giants; and culminates in Ragnarok, the twilight of the gods and the rebirth of a new time and people. Gaiman stays true to the myths while vividly reincarnating Odin, the highest of the high, wise, daring and cunning; Thor, Odins son, incredibly strong yet not the wisest of gods; and Loki, the son of giants, a trickster and unsurpassable manipulator. From Gaimans deft and witty prose emerges the gods with their fiercely competitive natures, their susceptibility to being duped and to dupe others, and their tendency to let passion ignite their actions, making these ancient myths breathe pungent life again.
Ich muss gestehen, dass ich mir ein dickeres Buch vorgestellt hatte, was aber vor allem daran liegt, dass ich auch die Erwatung hatte, dass hier die einigermaßen (zumindest im "schon mal sowas ähnliches gehört") bekannten Edda Sagen irgendwie fiktionalisiert als tatsächliche Kurzgeschichten umgestaltet werden würden.
Irgendwie passiert das aber nicht, der Text liest sich sehr wie typische Märchen, inklusive des Abriss von Ragnarok "Dann kamen A, B und C zum Schlachtfeld und kämpften, am Ende waren alle tot". Hm. Ja, im Märchen erzählt man das so und Mythologie ist der Sage und damit den Märchen natürlich eng verwandt.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich war trotzdem irgendwie ein bißchen enttäuscht. Märchen sind zum 99% Tell, weil halt Erzählungsüberlieferung und so bleiben die Geschichten (für mich) immer ein wenig platt und eindimensional, es gibt wenig Spannungsaufbau oder sowas wie Atmosphären- oder Charakterentwicklung. All das hatte ich mir jetzt mal einfach so versprochen, wenn man Neil Gaiman bittet Mythen "umzuschreiben". Ohne jetzt andere Übersetzungen und Neuinterpretationen der Edda zu kennen, kann ich jetzt nicht unbedingt sagen wo hier der einzigartige Stil des Autors durchschlagen soll...

Trotzdem sind die Geschichten an sich natürlich - wie viele Märchen - trotz aller "das muss man halt einfach mal so hinnehmen" Elemente und Dinge, die einfach mal in einem Nebensatz passieren, ohne irgendwie erklärt zu werden, an sich unterhaltsam.
Vor allem das Dreieck Odin-Thor-Loki ist hier um einiges interessanter als in der heute gängigeren  Marvel-Variante. Odin als weiser, gütiger König, Thor als der starke Held und Loki als Proto-Bösewicht ist eben doch eine sehr stark vereinfachte Vision von Göttern, die im Altertum erfrischend menschlich mehrdimensional sein durften, was die Dynamik viel spannender macht.;-)

Unterm Strich hat man hier einen netten Schmöker mit dem man ein sonniges Wochenende im Strandkorb verbringen kann - länger als 2 Nachmittage hält das Buch nicht, ich lese nicht sooo schnell;-) - und sich dabei bestimmt nicht langweilt. Nett, aber ich hatte mir mehr davon erhofft, ergibt also mal solide 3 von 5 Schachfiguren - das Wikingergötter schon Schach gespielt haben, war mir z.B. neu, man lernt also doch nie aus.;-)

2017-06-03

Mass Effect Andromeda. Oder: Time for a new type of hero.

Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz der modernen Technologie zu sein: Never buy a game on bug-day. Will sagen, neu auf den Markt kommende Titel sind heutzutage oft noch so Feintuning Bedürftig, dass man zumindest den ersten oder zweiten Patch abwarten sollte.

Ich möchte jetzt mal nicht in die Diskussion verfallen, ob das eigentlich nur heißt, dass Entwickler-Studios sich heute auf der Tatsache ausruhen, dass es die Technologie gibt noch "nachzubessern", was vor Internet und Always-On halt auf Anhieb fertig sein musste, oder ob es einfach mit immer komplexeren Spielen, immer besserer Grafik, immer mehr von allem einfach unvermeidbar ist, dass auch die Fehleranfälligkeit steigt. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen und ohne irgendeine Ahnung vom Programmieren, Spiele-Entwickeln etc. fühle ich mich nicht berufen da Stellung zu beziehen.

Fest steht aber, dass es schon ganz gut war, dass ich bei meinem ersten Durchlauf von Mass Effect: Andromeda noch nicht so wirklich weit gekommen war, bis der erste Patch die teilweise echt unfreiwillig komischen "Gummi-Gesichter" Effekte behoben hat.
Es mag Leute geben, die das anders sehen, aber für mich sind die Figuren und Interaktionen beinahe das spannendste an Rollenspielen, da kann die Land-Map noch so toll aussehen, wenn meine Figur aussieht als wäre sie aus irgendeinem Igor Labor entkommen kann ich mich da nicht so ganz drauf einlassen.;-)
Berechtigte Beschwerden wegen unreifer Grafik aber mal außen vor gelassen (Patch 2 soll das noch ein wenig verbessert haben, ich bin auf den 2. Durchlauf gespannt!:-), sind die Land-Maps schon großartig. Man hat sich hier ausnahmsweise mal was Gutes bei Skyrim abgekukt, ohne dass der Wandersimulator Faktor zu schlimm wird, weil man ja wieder Panzer (sorry Erkundungsfahrzeug;-) fahren darf.
Ich kann zwar das Ding immer noch nicht steuern und denke eigentlich wäre es lustig, wenn die Insassen ab und zu ein paar Kotzgeräusche machen würden, wenn so Deppen wie ich fahren, aber vielleicht kommt das ja noch...;-)
Ansonsten ist für jeden Geschmack was dabei, Urwald, Wüste, Arktis und was alles dazwischen:
Jetzt macht eine super Grafik noch kein gutes Spiel, aber ich finde es einigermaßen atmosphärisch gelungen, wenn man nicht (siehe ME 1) immer durch dieselben 3 Hintergründe läuft.;-)

Das einzige, was für mich leider ein wenig hinter den Vorgängern zurück bleibt, ist der Soundtrack. Es gibt in dem ganzen Spiel nicht einen Track, der sich mir auf Anhieb eingeprägt hätte und meistens hab ich gar nicht gemerkt, dass da irgendwelche Untermalung ist. Das mag jetzt soweit ok sein, man muss ja nicht immer den Mega Bombast und die Lady of Soundtrack Sorrow rausholen, aber es wundert mich ein wenig, denn die letzten Bioware Installments ME3 und DAI sind da ganz weit vorne dabei und als Soundtracks fast zur Gänze auf meiner Playlist gelandet. Und wenn der Shuffel diese Tracks auswirft, dann weiß ich genau wo die herkommen und es entstehen sowas wie Erinnerungen, Emotionen und so ein Gedöns. Man kann also mit ein bißchen Musik viel machen, tut MEA aber nicht...schade!

So jetzt bin ich auf den Gummi Gesichtern rumgeritten und auf der fehlenden Musik und das einzige was dem bisher entgegen steht ist ein netter Umgebungs-Look. Muss ja trotzdem einen Grund haben, dass ich das Ding nochmal spielen würde, nicht?;-)

Und da muss ich sagen, ich bin wirklich tief beeindruckt von der Grundidee einen kompletten Bruch mit Allem Was Vorher War zu vollziehen. Wirklich, komplett, eigentlich beinahe alles (ein paar dünne Informations Ausläufer werden gestreut, vielleicht für die Fortsetzung) was in den ersten 3 Spielen lief, ist sowas von egal, dass es egaler beinahe gar nicht geht.
Das ist nich nur im Zeitalter von Fan-Rage ziemlich mutig, sondern für mich funktioniert es auch gut.

Dazu trägt auch mein Haupt-Lob-Punkt bei: Ryder ist ein völlig anderer Typ Held als Shepard es jemals war. Das muss man nicht mögen, aber es passt einfach nahtlos in die Wir Machen Alles Anders Philosophie und ich stehe ja bekanntlich auf stringente Story und Charakterentwicklung.;-)
Statt militärisch-strammer Typen trifft sich hier ein Sammelsurium an "Abenteurern" im tatsächlichen Rollenspiel Sinn. Menschen ohne Plan und eigentlich auch ohne so furchtbar festgelegte Kommando-Struktur landen in der Scheiße und müssen improvisieren.

Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wieder alle (ein bißchen nachvollziehbarer Weise) darüber meckern, dass der Ich Will Das Ganze Universum Beherrschen Bösewicht ein wenig altbacken daherkommt.
Ich kann Bösewicht-Meckerei fast immer nachvollziehen, aber hier spare ich mir mein endgültiges Urteil mal auf, bis man evtl. im nächsten Teil rausgefunden hat, ob diese ganze Böser Kult statt Imperiale Armee Idee vielleicht noch ein paar nette Ausläufer in Petto hat.

Alles in Allem wird es schwer ME3 für mich zu toppen, aber das sollte (siehe Wir Machen Alles Anders und so) vielleicht auch nicht der Maßstab sein. Der fehlende Soundtrack ist mir allerdings sehr wichtig und daher ziehe ich mal für kleinere WehWehchen, nicht so ganz großartigen Bösewicht und den Punkt Musik einen ganzen Punkt ab.
4 von 5 Makos ist für ein Bioware Spiel schon fast eine schlechte Bewertung von mir, aber es kann ja wieder aufwärts gehen, DLC kommt ja vielleicht auch noch. Wir werden es erleben! :-)

2017-05-27

Team Stuart 2: King Charles II

Ich musste mich nach meinem Ausflug in mir ungenügend gut umgesetzte Fiction mal entspannen, also habe ich mir das dickste Sachbuch auf den Nachttisch gelegt, das ich gerade verfügbar hatte.;-)

Natürlich fehlen mir ein paar Stuarts zwischen Mary und King Charles II und Cromwell könnte man sich Biographiemäßig vielleicht auch noch mal genauer ansehen, aber ich war sehr neugierig in diesem Fall, denn bisher beschränkte sich mein gesamtes Vorwissen auf den Inhalt des Horrible Histories Songs...der allerdings auch ziemlich großartig ist...;-)



Das Buch ist nicht ganz so lustig, was allerdings auch zu erwarten war... ;-)

Following a youth of poverty and bitter exile after his father's execution, the ousted king first challenged, then made his magnificent escape from, Cromwell's troops before he was eventually restored to his throne in triumph in 1660. Spanning his life both before and after the Restoration, Antonia Fraser's lively and fascinating biography captures all the vitality of the man and the expansiveness of the age.
 Ich muss sagen, ich bin mit diesem Team Tudor Kandidaten nicht ganz so warm geworden, wie mit seiner illustren Vorfahrin, was aber auch einfach daran liegen kann, dass Sex, Intrigen und Mord ein wenig spannender zu erzählen sind als die Ausformung der Parlamentarischen Monarchie...

Man kann es dem Buch also eigentlich nicht wirklich zum Vorwurf machen, dass es sich ein wenig in Politik und Argumentationen verliert, denn das scheint einfach das Thema der Zeit gewesen zu sein.

Ich werde es bei Gelegenheit sicherlich noch mal lesen und mir die Feinheiten der politischen Auseinandersetzungen antun, bei denen ich jetzt immer mal wieder abgedriftet bin, aber für den spannenden Lesespaß würde ich dann doch eher Mary Stuart oder Marie Antoinette empfehlen.

3 von 5 Spaniel ist das aber immer wert und das reicht ja schonmal für ein kleines königliches Rudel.;-)

2017-05-20

Movie Mittwoch: Dr. Strange

Wir stellten letztlich fest, dass unsere Watchlist von Filmen, die wir im Kino mal wieder verpasst haben, leider nicht kürzer wird, also versuchen wir jetzt einen Abend in der Woche dem gepflegten Heimkino zu widmen. Teil des Plans ist auch, dass wie abwechselnd wöchentlich die Filme aussuchen, was uns hoffentlich um das Problem herumbringt, dass wir uns nicht entscheiden können...;-)

Ich verrate jetzt einfach mal nicht wer welche Filme aussucht, ich denke leider wird das selbsterklärend, aber unser erster Movie Mittwoch (Denglische Alliteration anyone?;-) verlief bis auf ein paar Probleme mit dem Internet Streaming recht erfolgreich und zeigte uns Dr. Strange, oder auch Sherlock mit Superkräften.;-)

Das klingt jetzt evt ein wenig despektierlicher als es gemeint ist, aber man kann schon irgendwie sehen warum sie Sherlock Cumberbatch besetzt haben. Zumindest vor dem New Age Selbstfindungstrip ist der Charakter so nah an Cumberbatch Sherlock, dass man eigentlich nur durch das OPoutfit merkt welchen Film man grade sieht.
Das ist jetzt ein bißchen Jammern auf Hohem Niveau, ich hoffe halt nur, dass dem armen Mr. Cumberbatch diese Art von Type Casting jetzt nicht ewig hinterherläuft (Khan in Star Trek ging ja auch schon so in Richtung Soziopath und das mit dem langen Mantel gab's da auch schon mal...).

Ansonsten entwickelt der Film vor allem das Set von Inception nett weiter und es gibt von mir einen ganz subjektiven goldenen Gummipunkt für Tilda Swintons Energie-Kampf-Fächer-Technik. Very nice, auch wenn sie vermutlich vor allem deswegen kein alter Tibeter ist, weil die Produzenten den Film auch in China zeigen wollten...

Der Bösewicht ist auch recycelt - abtrüniger Schüler wird von Angst vor der Sterblichkeit auf die Seite eines dunklen Overloards gezogen, nur leider ohne Lichtschwert diesmal - aber hatte wenigstens ein kleines bißchen mehr Charisma als Anakin...gut, aber Hefe hat mehr Charisma als Anakin, also auch egal.;-P

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und fand die Bilder und Sets recht beeindruckend. Für das Thema und Plot recycling ziehe ich daher nur ein kleines Pünktchen ab, denn immerhin sucht sich der Film funktionierende Ideen zusammen und meine vielzitierten Boy-Meets-Girl Filme werden ja auch immer noch produziert, obwohl da seit Jahren dieselbe Grütze gerührt wird.;-)

Mit 4 von 5 Teetassen kann man also den Start vom Movie Mittwoch als gelungen bezeichnen. mal sehen was wir nächste Woche als Kontrastprogramm auflegen.

2017-05-13

Die Freuden von Packpapier ;-)

Bekanntermaßen habe ich ja diverseste Buntstifte zu Weihnachten bekommen, zusammen mit netten Ausmalbildchen für den Frustabbau.;-)

Man mag es jetzt für Faulheit, oder aber für ein gutes Zeichen halten, aber bisher hielt sich meine Motivation zum künstlerisch vorgegebenen Frustabbau in Grenzen, weswegen ich auch noch keine netten Beileidigungskunstwerke vorzuweisen habe...
Andererseits kam ich letztlich zu einer fast vollen Rolle Packpapier und habe wieder festgestellt, dass Packpapier eigentlich mein liebstes Geschenkpapier ist.

Gut, gekauftes Papier hat sattere Farben und Muster und glitzert und glänzt evt auch, aber für den individuellen Touch und die Zenhafte Freizeitbeschäftigung geht nichts über Packpapier!;-)

Und mit sehr wenig Aufwand macht so ein "langweiliges" Buchpaket gleich viel mehr her.;-)

Vielleicht verlege ich mich zum Adventbasteln dieses jahr auf Geschenkpapier Design...mal sehen ob ich mir die Idee bis zum Winter merken kann...

2017-05-01

The Dance of Lifey Death

Es ist bestimmt nicht das erste und bestimmt auch nicht das letzte Mal, dass ich einen Blog Titel von Neil Gaiman klauen möchte, aber ich hoffe man möge es mir verzeihen, es passte gerade so gut.

Blog und andere Schreibereien liegen momentan etwas brach, weil der Tanz von Leben und Tod ein wenig zu viel Zeit und Energie frisst - Sorgen muss man sich aber keine machen, alles soweit in Ordnung und ich hoffe der ausgedehnte Eskapismus der "Zwischenzeiten" der letzten Wochen wird sich in ein paar neuen Blogeinträgen niederschlagen, sobald ich dazu komme.

In der Zwischenzeit sei darauf hingewiesen, dass der 1. Mai nicht immer ein Tag für Demos und schlechte Hausdekorationen war - die Freudenfeuer galten statt dessen dem erruptiven Ausbrechen von neuem Leben in der Natur, das sich in den letzten Tagen schon angedeutet hat, siehe Beweisfoto unten!

Es ist also nicht nur ein Tag, an dem manche Menschen gerne Fenster einschmeißen, sondern auch ein Tag der neuen Anfänge und der freudigen Erwartung. Das an sich ist ja vielleicht schon ein gutes Omen für die nächste Zeit!:-)


2017-04-22

A Gathering of Shadows. Oder: Vorsicht mit den eigenen "Helden"!

So das zweite Buch aus der Reihe, hat nicht lange gebraucht das zu lesen. Heißt das jetzt, dass es einfach sehr spannend war, oder nur, dass man viel ersatzlos wegblättern konnte?
Die Antwort ist, ein bißchen aus Spalte A und ein bißchen aus Spalte B.;-)

Kell is one of the last magicians with the ability to travel between parallel universes, linked by the magical city of London. It has been four months since a mysterious obsidian stone fell into his possession and he met Delilah Bard. Four months since the Dane twins of White London fell, and the stone was cast with Holland's dying body back into Black London.Now Kell is visited by dreams of ominous magical events, waking only to think of Lila. And as Red London prepares for the Element Games-an international competition of magic-a certain pirate ship draws closer. But another London is coming back to life. The balance of magic is perilous, and for one city to flourish, another must fall...
Zuerst mal das Positive aus Spalte A: Man erinnert sich an meinen Hinweis, dass Archetypen Figuren manchmal ihre Berechtigung haben, ohne dabei aber besonders spannend zu sein? Diesen Einwand kann ich zumindest nicht mehr erheben. Die Ereignisse aus Buch 1 werden in der "Brüder" Dynamik sehr nett weiterentwickelt und die verworrene Abhängigkeitsbeziehung der beiden männlichen Hauptfiguren gefällt mir ausnehmend gut, was mich über Weite Strecken des Buches getröstet hat.

Warum ich aber trotzdem denke, dass das 2. Buch hinter dem ersten zurückbleibt?
Punkt 1: Dieses ganze Jump-N-Run im Magiertunier ist mir irgendwann öde geworden, was aber nicht hätte sein müssen, wenn nicht Punkt 2 wäre: Die weibliche Hauptfigur nervt mich unheimlich und warum? Weil die Autorin (ja inzwischen hab ich's gegoogelt;-) leider total verliebt in ihre eigene Figur ist.
An dem ist prinzipiell nichts auszusetzen, auch nicht daran, dass es viel Survial Jump-N-Run gibt - ich persönlich mute meinen Figuren gerne Blut, Schweiß und Tränen zu, um sie leiden zu lassen, denn darin entwickelt sich eine Figur. Das Problem an Lila ist aber, dass ihre Autorin sie zu sehr mag, um sie wirklich leiden zu lassen und das wird irgendwann einfach öde. Hier ein paar Beispiele:

1. Lila hat ein Glasauge. Diese "Enthüllung" am Ende von Buch 1 hat mich schon da dazu verleitet mal zurückzublättern und mir anzuschauen, ob diese Einschränkung in den Passagen, die aus ihrer Sicht erzählt werden, irgendwie angedeutet werden. Spoiler: Werden sie nicht. Sie "verbrigt das so gut, dass nicht mal sie es merkt". Ähm ja. Nein!
Abgesehen davon, dass man schon "Because Magic" als Begründung braucht, um zu erklären, warum beinahe niemand ANDERES es bemerkt, dass sich nur 1 von 2 Augen normal bewegt, ist es absolut unrealistisch, dass sie SELBST nicht "bemerkt", dass sie keine räumliche Wahrnehmung hat und einen "blinden Fleck" von hier bis zur Antarktis. Spätestens in den 10.000 Kampfszenen müsste es auffallen, aber nö. Und Because Magic? Ja, könnte das alles erklären, aber kleiner Tipp: Je mehr man mit Because Magic erklärt, desto schlimmer für die Geschichte!
Außerdem braucht das Ding natürlich keine Pflege, sie muss es nie rausnehmen, es fliegt auch nicht versehentlich mal raus, wenn sie mal wieder gegen irgendwas geschleudert wird und sie hat scheinbar auch nur das eine. Gut, das könnte man jetzt noch mit "Kommt aus ärmlichen Verhältnissen" erklären, aber dann stellt sich mir die Frage: Warum hat sie dann nicht einfach eine Augenklappe, wie jeder andere Pirat auch? Die Dinger können im 19Jhd. jetzt auch nicht für 10Cent an jeder Straßenecke zu haben gewesen sein.
Kurzum: Es ist ein sinnloses, dämlich umgesetztes Gimmick, dass nur dazu dient uns im Unklaren zu lassen, ob sie vielleicht auch mal so ein schwarzes Blutmagier Auge hatte. Für diesen lahmen Suspense Moment zieht sich also ein "Charakterzug" durch die Geschichte, der mir jedes mal die Nackenhaare auftreibt, wenn er mal wieder erwähnt wird.

2. Lila ist eine Frau zwischen 2 Männern. Mal ehrlich, bei aller Verteidigung von Archetypischen Figuren und Plots, diesen kann ich wirklich nicht mehr hören. Und in diesem Fall umso mehr, denn damit der Plotpoint überhaupt funktioniert, müssen sich Kell und ihr neuer Kapitän (Alucard, darf ich mal anmerken, dass er Name übelst geklaut ist? Nicht dass ich nicht auch ständig Sachen klaue für meine Geschichten, aber Dracula lasse ich in seinem Grab;-) natürlich hassen. Und warum tun sie das? Tja Kell hasst ihn, weil er Rhy "das Herz gebrochen hat". Seriously? Den angenehm beiläufig eingestreuten Boy Romance Moment mal außer Acht lassend: Ist eine verünglückte Affaire eines Freundes/Bruders wirklich ausreichend, um jemandem wiederholt den Tod zu wünschen, ihn aus der Stadt zu verbannen und ihn mit scheinbar unversöhnlichem Hass zu verfolgen?
Ich weiß ja, dass diese DramaBaby Beziehungsklischees immer wieder gerne aufgewärmt werden, aber ich persönlich mag lieber Figuren, die ihre Zwischenmenschlichen Beziehungen irgendwie einigermaßen erwachsen regeln (und auch in YA Fiction darf man das^^), also erreicht die Autorin mit dieser unnötigen Dreiecksbeziehung nur, dass mir ihre Hauptfiguren unsymphatischer werden.

3. Lila ist "unstoppable" (Zitat der Figur selbst). Ehrlich, ist so. Sie weiß erst seit 4 Monaten, dass es Magie überhaupt gibt, was sie nicht davon abhält sich in dieses DieBestenDerBestenDerBesten Turnier einzuschleichen - und das allein bringt schon einige "Das ist aus dramatischen Gründen notwendig" Dinge mit sich, die mir die Augenbrauen auf die Stirn trreiben. Und nicht nur das, nein, sie gewinnt ihre Kämpfe auch noch. Und es dauert sehr, sehr, sehr lange, bis sie irgendwann mal ein ganz kleines bißchen leiden muss für diese bescheuerte, völlig unlogisch, realitätsferne Idee.
Und hier kommen wir dann zu dem eigentlichen Punkt: Die Autorin findet Lila so toll, dass ihr alles gelingt. Sie ist nicht nur selbsterklärt One of a Kind, sie ist ganz offensichtlich der Held ihrer Autorin und hero worship für die eigenen Figuren ist...langweilig. Denn wenn man es irgendwann nicht mehr übers Herz bringt seiner Lieblingsfigur richtig wehzutun, wenn sie was richtig Dummes tut, dann sieht es für den Leser so aus, als würde der Figur alles mit einem Fingerschnippen gelingen. Das tut nicht nur dem InTime Realismus keinen Gefallen, es führt auch dazu, dass Badassery (wo habe ich diesen Ausruck her...?) zum Alltag wird. So braucht Lila z.B. auch nur 3 Sätze, um 3 Menschen im Schlaf abzustechen. Gut, waren Böse Jungs, aber trotzdem. Macht das nichts mit der Figur? Und wenn nicht warum nicht? Nicht mal Because Magic rettet einen hier, vielleicht Because Unausgegorene Backstory, aber den Punkt hatten wir ja schon in Teil 1 ausgewalzt.

Ich hoffe wirklich wirklich wirklich, dass sich Teil 3 der Reihe wieder mehr auf die Kell-Rhy Geschichte konzentriert, dann werde ich vielleicht weniger Seiten weiterblättern und die Rezis werden wieder ein wenig kürzer.^^
Bis dahin bezähme ich mal mein Autorengemecker und gebe dem Buch trotz allem 4 von 5 Bannern, weil die Teile der Geschichte die gut waren, wirklich gut waren. Das mussten sie leider aber auch sein, denn wenn man mich kennt weiß man: So viele Worte verwende ich nur auf richtig gute Ideen, die mir verschwendet ungenügend umgesetzt vorkommen.;-)

2017-04-15

Angehört: Götter, Gräber und Gelehrte

Wie man weiß, bevorzuge ich meine Hörwolke normalerweise Englisch, aber es ergab sich zuletzt, dass mehrere Punkte auf meinem Hörbuch Abo aufgelaufen waren und da ich immer noch auf der Suche nach meinem neuen Schreibprojekt bin, habe ich diese Punkte mal in "diverse Dinge, die evt Ideen enthalten könnten, oder auch nicht" investiert.
Auf der "Leseliste" stehen also ein Buch über Tatortermittlungen, ein Wälzer zu Mythologien und dieses hübsche Annekdotenwerk über die Geschichte der Archeologie - was das mal für eine Geschichte werden soll, habe ich noch keine Ahnung, man wird es erleben müssen.

Bis dahin widmen wir uns Götter, Gräber und Gelehrte, geschrieben von C. W. Ceram, gesprochen von Frank Arnold, einfach mal ohne Hintergedanken im Hinblick auf Inspirationsfähigkeit.;-)

Versunkene Städte, sagenumwobene Schätze, rätselhafte Schriftzeichen: die Geschichte der Archäologie als packender Tatsachenroman. Wir entdecken Herkulaneum und Troja, Babylon und Ägypten, ja sogar die Stätten der Maya und Azteken. Endlich gibt es den Millionenbestseller für jung und alt in der aktualisierten Neuausgabe als ungekürztes Hörbuch. Frank Arnold (Deutscher Hörbuchpreis 2014) interpretiert den Text lebendig und mitreißend.

Ich hatte ja schon mit A Short History of Nearly Everything einen netten Abriss über die Geschichte der Physik konsumiert, wobei mir eigentlich die verqueren Annekdoten von merkwürigen Forschern eigentlich immer am besten gefielen.
Das setzt sich hier nahtlos fort, ich kann noch nicht sagen, ob ich irgendwas aus diesem Buch jetzt fiktional "brauchen kann", aber als Unterhaltung für den Abendessen Tisch eignen sich die diversen Geschichtchen über Entdeckungen und seltsame Forscher, manchmal interessante und manchmal cringeworthy (sorry dafür gibt es kein deutsches Wort, das mir grade einfiele;-) Verfahren ausnehmend gut, konnte ich schon testen.;-)
Schon alleine, das Wort "Spatenwissenschaft" muss man doch mögen, oder? Indiana Jones hätte hier bestimmt auch noch was lernen können.

Wer sich also für die Materie interessiert, aber auch ein Herz für die obskure, historische Annekdote hat, sollte hier mal reinhören. Ich ziehe einen kleinen, halben Punkt ab für die manchmal ein übertrieben verschwurbelte Ausdrucksweise (kann man mögen, ist aber ja mein Blog;-) und so bleiben 4,5 Klappspaten, was für eine kleinere Ausgrabung oder einen überzeugenden Grabraub bestimmt ausreichend wäre.;-)

2017-04-08

Im kreativen Niemandsland. Oder: Das mit dem Multitasking.

Es ist mal wieder Zeit sich mental von einem Buchprojekt zu verabschieden, was mir gerade nicht leicht fällt, und am besten funktioniert das erfahrungsgemäß, wenn man sich für etwas Neues begeistert, also sichte ich gerade meine "Geschichten auf Halde" und versuche mich zu entscheiden, welche davon der Begleiter für die nächsten 2-3 Jahre werden soll.

Ich würde ja gerne mal ausprobieren, wie es ist, wenn man einfach mal nicht so furchtbar langwierige Entscheidungen zu treffen hätte, weil man vielleicht mal irgendwas schreiben würde, was keine 400 Seiten lang ist und ewig dauert, aber aus "leidvoller" Erfahrung mache ich mir da einfach mal keine großen Hoffnungen.;-)

Die größte Entscheidung der "Winterpause" (ich glaube im November oder so ist Elysion ins Lektorat gegangen) war allerdings nicht was ich mache, sondern was ich nicht mache. Ich habe mich lange mit der Frage getragen, ob ich nicht noch irgendwas aus den 200 Seiten Notizen machen könnte, die ich noch von meinem Dissertationsprojekt "übrig" habe und/oder ob ich nicht mal meine neugewonnenen Kenntnisse in MemoQ dazu nutzen könnte, eine englische Version vom Rosenfriedhof oder von den B(r)uchstücken zu versuchen, bevor ich etwas Neues anfange.

Beides ist eine ganze Weile im Background Processing herumgewabert, aber hat sich schließlich nicht durchgesetzt.
Ich bin einfach kein Übersetzer und selbst wenn, stelle ich fest, dass vielleicht niemand seine eigenen Texte übersetzen sollte - oder zumindest sollte ich das nicht tun. Ein Übersetzer muss zu viele schwierige Entscheidungen treffen, was nicht einfacher wird, je näher man an einer Geschichte dran ist. Zusammenarbeit mit Übersetzern ja, aber Autor und Übersetzer in einer Person kommt mir ein wenig so vor, wie Hauptdarsteller und Regiseur zu sein - kann funktionieren, kann aber auch ein furchtbares Ego Ding hervorbingen.;-) Neil Gaiman hatte interessanterweise gerade einen Artikel dazu.

Und was das Dissertationsding angeht...ich muss gestehen es war schwer einzugestehen, dass ich einfach keinen Zugang mehr dazu habe, denn immerhin stecken 3 Jahre Arbeit und ein beinahe-Burn-Out-Zusammenbruch in dieser Datei, aber das macht es ja nicht besser.
Ein Buch zu schreiben, nur weil man seine Notizen nicht verschwendet sehen will, kommt mir so vor wie einen fauligen Apfel zu essen, damit man ihn nicht wegwerfen muss. Ist der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich und man sollte sich lieber eingestehen, dass man zu lange gewartet hat.;-)

Noch habe ich ja aber ein wenig Zeit, um mich mit dem Nachfolger von Elysion zu beschäftigen (eine Fortsetzung wird es schonmal nicht, ich habe Ideen dazu, aber vorerst habe ich genug von Drachen und Elfen;-), denn kreatives Multi-Tasking war noch nie meine Stärke.
Solange also die "Gefahr" besteht, dass ich mich gedanklich noch mal ganz tief in das Drachen-und-Elfen-Ding eindenken muss, um die Kritik aus dem Lektorat aufzugreifen, solange weigert sich mein Hirn sich zu ernsthaft in irgendwas anderes zu vertiefen.
Aber rauszufinden was man schon mal nicht machen will, bringt einen ja irgendwie auch voran.;-)

2017-04-01

A Darker Shade of Magic. Oder: Das mit den Archetypen.

Ich habe mich für Elysion sehr lange mit der Frage beschäftigt, wie Magie "funktioniert" und vor allem wie man dafür sorgt, dass Magier in der Welt, in der sie sich bewegen, nicht unbesiegbar sind - denn seien wir mal ehrlich, sogar Superman braucht Kryptonit, um nicht völlig öde zu sein. ;-)

Ich habe dabei schnell festgestellt, dass viele Autoren sich diese Frage stellen und es erfrischend viele Konzepte gibt, die mal mehr und mal weniger überzeugend sind - das für mich Langweiligste nenne ich mal den Gandalf-Effekt "Magie funktioniert, keiner weiß wie oder wieso, kommt damit klar". Bläh.
Magische Worte/Zeichen und daraus gewonnene Effekte sind ein weiterer guter Ansatz, der mir bei Sabriel gut gefiel und dann gibt es natürlich die Elemente, die in Elysion meine Lösung der Wahl waren.
A Darker Shade of Magic von V.E. Schwab ist eines von diesen Büchern, die aus irgendeinem Second Hand Stapel in meine To Read Liste gerutscht sind und zuerst einmal mochte ich vor allem das Cover.;-) Aber das Magiekonzept gefällt mir auch.

Most people only know one London; but what if there were several? Kell is one of the last Travelers - magicians with a rare ability to travel between parallel Londons. There's Grey London, dirty and crowded and without magic, home to the mad king George III. There's Red London, where life and magic are revered. Then, White London, ruled by whoever has murdered their way to the throne. But once upon a time, there was Black London...
Erstaunlicherweise war mir dieses "Parallelwelten" Ding erstmal nicht ganz so wichtig. Nett ausgedacht und gut erzählt, aber die Idee, dass es noch weitere unsichtbare Londons gibt, ist jetzt nicht neu, irgendwie scheint London sich dafür anzubieten.;-)
Die Idee, dass es neben Wasser, Feuer etc Magie auch noch Knochen und Blut geben müsste, war mir bei Elysion auch schon gekommen, aber hat - wie in den meisten Magiekonzepten - eine verbotene Komponente. Der "Twist", dass hier der Blutmagier der Held der Story ist, kann also mal als erfrischende Neuerung gelten.;-)

Ansonsten - ich will mal ausnahmsweise nicht zu viel spoilern - fand ich die Geschichte wirklich gut erzählt, ich wollte immer wissen wie es weiter geht und die "Survial Strecken" (im Elysion Jargon nennen wir es Jump-N-Run;-) der Plot Driven Story halten sich in Grenzen.

Tortzdem hat die ganze Zeit irgendwas an mir genagt, was ich unzufriedenstellend fand, aber ich habe tatsächlich etwas länger gebraucht, um herauszufinden was es war. Tatsächlich bin ich erst durch das Nachwort des Autors (der Autorin? Ich hab's nicht gegoogelt) drauf gekommen, in dem er/sie sich bei ihrer Lektorin bedankte, die Kell, Lila und Rhy genauso liebgewonnen hat, wie sie selbst.
Durch die Überlegung, dass diese 3 Figuren die Basis der Geschichte bilden, ist mir dann aufgefallen was mich stört: Rhy ist ein total überzeugender, aber nicht sonderlich komplexer Archetyp Charakter (weswegen ich ihn auch eigentlich nicht als Hauptfigur gesehen hätte) vom Typ Thronerbe-mit-Minderwertigkeitskomplex, was er mit Charme, Wein, Weib und Gesang zu übertünchen versucht. Nicht neu, vielleicht auch nicht aufregend, aber grundsolide und funktioniert.
Kell und Lila dagegen haben als bonding moment eine geteilte "dunkle Vergangenheit" - er mit seinen von verbotener Magie gelöschten Erinnerungen, sie mit ihrem "auf der Straße aufgewachsen, habe schlimme Dinge erlebt und getan" Ding. Trotzdem sind die beiden Figuren natürlich schon aus dramaturigscher Notwendigkeit heraus funktional in ihren Rollen, ein bißchen wie Katniss am Anfang von Hunger Games.

Während man aber Katniss im Laufe von 3 Büchern während ihres Survival Jump-N-Runs beim seelischen Auseinanderfallen zuschauen kann (einer der Gründe, warum mich die Bezeichnung "Teenie-Bücher" immer etwas gegen den Strich bürstet), haben diese ganzen "ooooh die Vergangenheit" Anspielungen bei Kell und Lila eigentlich 0 Aus- oder Einwurkungen auf die Geschichte. Und DAS war was die ganze Zeit so unzufriedenstellend an mir gezupft hat.
Wenn ich für meine Figuren eine Dunkle Vergangenheit als Gemeinsamkeit für ihr Außenseitertum bastle - und es gäbe andere Möglichkeiten eine Gruppe zusammenzuführen - dann sollte das nicht nur Mittel zum Zweck sein, sonst wirkt es psychologisch unlogisch.

Man kann mir glauben, wenn ich sage, ich weiß ganz genau wie schwierig es ist in Plot Driven Stories die Zeit zu finden und den richtigen Raum zu bemessen für "Charakterentwicklungskram". Es ist ein schmaler Grad zwischen "meine Figuren bleiben Archetypen" und "die Story wird überladen von ewigem Befindlichkeitsgedöns". Grade deswegen habe ich mir bei Elysion die Dunkle Vergangenheit für meine Hauptfiguren verkniffen, denn mir war das zu kompliziert.;-)
Aber grade deswegen behaupte ich einfach mal, ein solider funktionabler Archetyp Charakter funktioniert manchmal einfach besser, als noch 95 andere Aspekte einer Figur anzudeuten, aber nicht bis zum bitteren Ende durchzuziehen.

Aus Geschichtenerzähler-Sicht muss ich also einen Punkt abziehen, aber weil ich mich ansonsten sehr unterhalten gefühlt habe (was schon zeigt, dass der Nachfolger-Band schon auf meinem Nachttisch liegt;-), vergebe ich trotzdem mal 4 von 5 Runensteinen. Es kann halt nich jede Story Hunger Games sein.;-)

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